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Mit Forwarddarlehen Zinskonditionen festlegen
Keine Angst vor steigenden Zinsen

14.04.2011

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins in der vergangenen Woche erhöht; die Hypothekenzinsen steigen schon seit einiger Zeit. Haus- und Wohnungseigentümer, deren Kredite in den nächsten Monaten und Jahren auslaufen, können Zinsen und Tilgung bis zu fünf Jahre im Voraus festlegen.
Endet die Zinsbindung schon in den nächsten Monaten, reicht ein normaler Anschlusskredit, um die derzeit (noch) günstigen Zinskonditionen zu sichern. „Manche Kreditinstitute verzichten bei Abschluss eines Kreditvertrags für sechs bis zwölf Monate auf Bereitstellungszinsen“, erklärt Frank Tammen, Finanzierungsberater des Verbraucherschutzvereins wohnen im eigentum. Wer verschiedene Angebote einholt und geschickt verhandelt, kann viel Geld sparen. Steigen die Zinsen in den kommenden Monaten, kann es sich auch lohnen, einige Monate lang Bereitstellungszinsen für ein günstiges Folgedarlehen zu zahlen.
Steht die Anschlussfinanzierung erst in einem Jahr bis maximal fünf Jahren an, können sich Haus- und Wohnungseigentümer mit einem Forwarddarlehen gegen steigende Zinsen absichern. Das Darlehen wird pünktlich zum vereinbarten Termin zu den festgelegten Bedingungen ausgezahlt. Tilgung und Zinsen werden erst ab dem Auszahlungstermin fällig.  
Doch die Sicherheit vor hohen Zinsen hat ihren Preis: Für Forwarddarlehen müssen Zinsaufschläge gezahlt werden, und zwar während der gesamten Laufzeit. Ein solches Darlehen ist daher teurer als ein Kredit, der sofort ausgezahlt wird. Die Höhe des Aufschlags ist abhängig von der so genannten Vorlaufzeit bis zur Auszahlung. „Generell gilt: Je länger die Vorlaufzeit, desto höher der Aufschlag“, weiß Frank Tammen.
Auch die Unterschiede zwischen den Banken sind groß: Ein Viertel der Kreditinstitute kassierte, so die Zeitschrift Finanztest in der März-Ausgabe, Forwardzuschläge von mehr als einem Prozent. Kreditnehmer sollten daher vor Vertragsabschluss die Angebote genau vergleichen.
Ob sich der Aufschlag auszahlt, hängt von der Entwicklung der Hypothekenzinsen ab. Doch die kann niemand sicher vorhersagen. Oft irren auch Experten. Steigen die Zinsen, können sich die Darlehensnehmer über ein günstiges Darlehen freuen; sinken sie, muss das Forward-Darlehen dennoch zu den vereinbarten – dann ungünstigen – Konditionen abgenommen werden.
Ein Vorteil des Forwarddarlehens ist die Planungssicherheit: Die Kreditnehmer wissen genau, mit welchen Kreditkosten sie künftig rechnen müssen und können sich langfristig darauf einstellen. „Wer Angst vor steigenden Zinsen hat, kann mit einem Forward-Darlehen auf Nummer sicher gehen“, stellt der Finanzexperte fest.
Mitglieder von wohnen im eigentum können die kostenlose Finanzierungsberatung des Vereins nutzen. Weitere Informationen finden Sie auf der Website.

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