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24.07.2011
Der Wechsel - wie muss man vorgehen? Nach der Reaktor-Katastrophe in Fukushima wollen viele Verbraucherinnen und Verbraucher auf Ökostrom umsteigen; andere wechseln den Stromanbieter, um zu sparen – mitunter mehrere hundert Euro im Jahr. Der Wechsel ist – dank Online-Tarifrechner wie Verivox, Check24 oder Toptarif – angeblich völlig unkompliziert und dauert etwa sechs Wochen. Das Formular für den Anbieterwechsel können Sie auf der Website der Tarifrechner herunterladen oder ausfüllen. Für den neuen Vertrag werden der Name des bisherigen Stromlieferanten und Netzbetreibers, Zählernummer, der gewünschte Liefertermin, Kundennummer sowie der letzte Jahresverbrauch benötigt. Der Zählerstand wird zum Zeitpunkt des Wechsels abgelesen – möglichst unter Zeugen. Technische Änderungen wie Zählerwechsel sind nicht nötig; Einrichtungskosten fallen nicht an: Im Gegenteil: der neue Stromlieferant gewährt oft Rabatte und übernimmt in der Regel die Kündigung des alten Vertrags und andere Formalitäten. Der neue Stromanbieter bestätigt den Vertragsabschluss und den genauen Liefertermin per Post; vom alten Anbieter erhalten Sie die Bestätigung der Vertragskündigung und eine Abschlussrechnung.
Tarife und Anbieter sorgfältig vergleichen Der Wechselauftrag kann oft online erteilt werden. Doch mit dem Ausfüllen eines Formulars ist es nicht getan. Bevor der Vertrag unterschrieben wird, sollte man die Angebote genau vergleichen. Denn im Dschungel von rund 900 Anbietern mit verschiedenen Produkten und ständig wechselnden Preisen verliert man leicht den Überblick. Oft sind die Angaben nicht transparent, unterschiedliche Boni, Strompakete und Vorauszahlungen erschweren den Vergleich. Also unbedingt aufpassen und sorgfältig vorgehen. Patentrezepte für die Tarifwahl gibt es nicht. Singles oder Paare, die wenig Strom verbrauchen, sind mit Tarifen mit niedrigen Grundpreisen gut beraten; bei hohem Verbrauch sind niedrigere Kilowattpreisen wichtiger als der Grundpreis. Vermeiden Sie unbedingt Vorauszahlungen, auch wenn die günstigsten Tarife an Vorauszahlungen gekoppelt sind.
Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom Auch bei Ökostromangeboten sollten Sie genau hinschauen. Denn die Bezeichnung ist nicht geschützt: Als Ökostrom gilt Strom, der durch Wind- und Wasserkraft, Biomasse, Sonnenenergie sowie in Anlagen mit Kraft-Wärmekopplung (KKW) erzeugt wurde. Besonders groß ist der Umweltnutzen, wenn die Energieversorger über die gesetzlichen Anforderungen hinaus einen bestimmten Teil des Geldes in neue regenerative Stromerzeugungsanlagen investieren. Die wohl bekanntesten Ökostromanbieter sind: EWS Schönau, Lichtblick, Greenpeace und Naturstrom. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich für einen Tarif mit Gütesiegel – beispielsweise ok-power oder das Grüne Strom Label – entscheiden.
Richtige Voreinstellung wählen Tarifrechner im Internet helfen bei der Suche nach einem geeigneten Stromanbieter. Doch nicht alle arbeiten zuverlässig. Deswegen kann es sinnvoll sein, die eigenen Verbrauchsdaten in verschiedene Rechner einzugeben und das Ergebnis zu vergleichen Dabei kommt es auch auf die richtige Voreinstellung an: Wird die Standard-Voreinstellung nicht geändert, werden automatisch (auch) Tarife angezeigt, bei denen der günstige Preis durch Vorauszahlungen für ein ganzes Jahr erkauft wird. Das kann teuer werden, wenn der Anbieter, wie jüngst Teldafax, in Insolvenz geht. Außerdem werden standardmäßig Neukundenvergünstigungen in den Preis des ersten Jahres eingerechnet – im zweiten Jahr sind die Preise dann oft deutlich höher. Auch das Häkchen bei Strompaketen mit einer Abnahmeverpflichtung für eine bestimmte Zahl Kilowattstunden sollten Wechselwillige entfernen: Verbrauchen sie weniger, bekommen sie kein Geld zurück; ist der Verbrauch höher, müssen sie oft kräftig nachzahlen.
Aufs Kleingedruckte achten Nicht immer ist das Einsparpotenzial so hoch, wie der Rechner auf den ersten Klick anzeigt. Denn die Berechnungen orientieren sich am Basistarif des Grundversorgers. Wer einen Sondervertrag hat, zahlt möglicherweise bei seinem alten Stromlieferanten weniger – und spart durch einen Wechsel entsprechend weniger. Manche Preisangebote gelten nur für einige Tage – entscheidend ist aber, was im Vertrag steht. Der Endpreis sollte darin immer klar ausgewiesen sein, alle wichtigen Inhalte klar erkennbar. Kriterien wie Vertragslaufzeit, Kündigungsfrist, Preisgarantien und Zahlungsmodalitäten sind wichtig. Für die Vertragslaufzeit gilt: je kürzer desto besser. Laufzeiten von einem halben bis einem Jahr sind empfehlenswert; die Preisgarantie sollte zumindest für die Vertragslaufzeit gewährt werden. die Kündigungsfrist sollte nicht länger als einen Monat sein.
Über Anbieter informieren Zwar übernimmt in der Regel der regionale Netzbetreiber weiterhin die Wartungsarbeiten – trotzdem sollten Wechselwillige auch auf guten Service und gute Erreichbarkeit Wert legen. Doch die ist nicht immer gewährleistet, wie ein Mitglied aus dem Raum Hannover feststellte. Als er wegen der Erhöhung des Strompreises reklamierte, konnte er den neuen Anbieter telefonisch nicht erreichen. Auch Reklamationen wegen eines falsch berechneten Abschlags blieben unbeantwortet. Als er im Internet recherchierte, merkte er, dass er mit seinen Problemen nicht allein war. „Wenn Sie einen Anbieter gefunden haben, googlen Sie unter „Ärger mit ....“, lautet sein Rat an Wechselwillige. Auch Tarifrechner wie Verivox und Check24 zeigen, wie andere Kunden den Anbieter bewerten.
Stromversorgung ist gewährleistet Angst, im Dunkeln zu sitzen, müssen Kunden indes nicht haben. Stellt der neue Stromlieferant die Versorgung ein, weil er in Insolvenz geht, muss der lokale Netzversorger nach dem Energiewirtschaftsgesetz einspringen und drei Monate lang zum Grundtarif Strom liefern.
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