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Politiker zum Wohnungseigentum
25.10.2011 Die
Bundesregierung und alle im Bundestag vertretenen Parteien sind sich
einig, dass Energieeinsparung und altersgerechtes Wohnen
Zukunftsaufgaben für das Wohnungseigentum sind. Nicht überall
herumgesprochen hat sich, dass dafür politische wie gesetzliche
Weichenstellungen erforderlich sind.
Das
zeigt eine Umfrage des Verbraucherschutzvereins wohnen im eigentum
e.V. bei wichtigen Wohnungspolitikern der Bundestagsparteien. Die
Abgeordneten wurden um eine Stellungnahme zur Situation im
Wohnungseigentum gebeten. Grundlage war die Antwort der
Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
(Bundestags-Drucksache 17/6288), Anlass das 60-jährige Jubiläum des
Wohnungseigentumsgesetzes.
Parteiübergreifend
sehen alle Politiker Defizite bei der Nutzung der KfW-Mittel für
energetische Modernisierung und altersgerechten Umbau von
Eigentumswohnungen: Obwohl Eigentumswohnungen einen Anteil von 16
Prozent an allen Wohnungen haben, entfallen auf sie nur fünf Prozent
der KfW-Zusagen. Die Bundesregierung will deshalb in Modellvorhaben
Verbesserungen erproben, sieht aber wie auch Peter Götz,
CDU/CSU-Fraktion, ein wichtiges Problem in den aufwändigen
Entscheidungsprozessen beim Wohnungseigentum, Sebastian Körber, FDP,
zusätzlich etwa in Informationsdefiziten bei Eigentümern und
Verwaltern. Sören Bartol, SPD, hält eine bessere Beratung von
Antragstellern, aber auch Kreditgebern für notwendig. Daniela
Wagner, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, hält angesichts dieser Schieflage
die Prüfung und den Abbau von Zugangshürden für erforderlich.
Heidrun Blum, DIE LINKE, setzt eher auf direkte staatliche Zuschüsse
oder Steuervergünstigungen statt auf Förderungsabwicklung über die
Banken.
Trotz
dieser Erkenntnisse ist das Desinteresse von Bundesregierung und
Regierungspolitikern erstaunlich, hier effektiv Abhilfe zu schaffen.
So befördert eine angemessene Qualifikation der Verwalter ein
effektiveres Sanierungsmanagement in den Wohnungseigentumsanlagen,
gerade bei Gemeinschaften mit vielen Eigentümern. Doch die Forderung
von wohnen im eigentum, die Qualität der gewerbsmäßigen
Immobilienverwalter durch Regeln für Ausbildung und Überwachung zu
steigern, stößt auf taube Ohren. Peter Götz und die
Bundesregierung äußern wegen des Eingriffs in die Berufsfreiheit
verfassungsrechtliche Bedenken. Sebastian Körber warnt, eine zu
starre Regelung könne die Eigentümer hindern, einen der ihren zum
Verwalter zu bestimmen. Auch Sören Bartol sieht hier keinen
Handlungsbedarf. Die Forderung nach Reformen unterstützt Daniela
Wagner. Heidrun Blum hält sie nur bei gleichzeitiger Verbesserung
der Rechtsdurchsetzung für sinnvoll.
Ein
weiteres Hemmnis für Modernisierungspläne und eine bessere Nutzung
der Förderungen sind oft – darauf weist Sebastian Körber hin - zu
geringe Instandhaltungsrücklagen: Dann können größere
Investitionen einzelne Eigentümer finanziell überfordern. wohnen im
eigentum plädiert für eine gesetzlich vorgeschriebene Rücklage in
Abhängigkeit von Alter und Zustand des Gebäudes. Das halten weder
die Bundesregierung noch die Abgeordneten für sinnvoll. Daniela
Wagner schlägt eine Orientierungshilfe für die Eigentümern durch
Richtwerte vor, Sören Bartol fordert die Bundesregierung auf, die
für ein Grobraster als Anhaltspunkt notwendigen Berechnungen
anzugehen, Heidrun Bluhm ist für Zuschüsse statt undurchführbarer
Vorgaben. Immerhin: Auch ohne gesetzliche Regelung würde ein
qualifizierter Verwalter wohl auf eine ausreichende Rücklage
hinwirken – noch ein Grund zur Verbesserung der Verwalterqualität.
Insgesamt
zeigen die Antworten von Bundesregierung und Abgeordneten: Es bedarf
noch vieler Überzeugungsarbeit für die Einsicht in die
Notwendigkeit politischer und gesetzlicher Reformen.
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Sören Bartol, SPD Sören Bartol Heidrun Bluhm, DIE LINKE Heidrun Bluhm Peter Götz, CDU Peter Götz Sebastian Körber, FDP Sebastian Körber Daniela Wagner, BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN Daniela Wagner
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