Gebäude verursachen in Deutschland etwa 40 % des Endenergieverbrauchs. Vor allem ältere Gebäude sind wahre Energieschleudern. Deshalb nimmt die Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009 auch Besitzer von Bestandsimmobilien in die Pflicht. Bis zum 31. Dezember 2011 mussten nach § 10, Abs. 4 EnEV alle bislang ungedämmten oberen Geschossdecken in Wohngebäuden gedämmt sein. Alternativ ist auch die Dämmung des Dachs zulässig.

Ausgenommen von der Dämmpflicht sind Gebäude mit maximal zwei Wohneinheiten, also Ein- und Zweifamilienhäuser, wenn mindestens eine Wohnung von den Eigentümern schon vor dem 1. Februar 2002 selbst bewohnt wurde. In diesen Häusern ist die Dämmung erst zwei Jahre nach einem Eigentümerwechsel vorgeschrieben. Den neuen Eigentümern bleiben dann also zwei Jahre Zeit.
Nach der Dämmung darf der Wärmedurchgangskoeffizient der Geschossdecke nach § 10 Abs. 3 der EnEV 0,24 Watt/(m²·K) nicht überschreiten. „Je nach verwendetem Dämmmaterial, Konstruktion und Baualtersklasse der Geschossdecke reicht eine 16 bis 18 cm dicke Dämmschicht aus“, weiß Dipl. Ing. Christoph Henkel. Ausnahmeregeln gibt es für Eigentümer, die ihr Haus erst kürzlich erworben haben: Liegt der Eigentümerwechsel weniger als zwei Jahre zurück, muss durch die Dämmung nur ein Wärmedurchgangskoeffizient von 0,30 Watt/(m²·K) erreicht werden.
Auch wenn Besitzer von selbst bewohnten Einfamilien- und Doppelhäusern nicht bis zum Ende 2011 tätig werden mussten, lohnt sich gerade für sie die Maßnahme besonders: „Durch die nachträgliche Dämmung können sie die Heizkosten merklich reduzieren. Die Investition amortisiert sich in wenigen Jahren“, erklärt Christoph Henkel. Außerdem fördert die KfW derzeit auch Einzelmaßnahmen zur energetischen Sanierung mit günstigen Krediten oder Zuschüssen.
Falls in größeren Gebäuden der Termin versäumt wurde, sollte das nachgeholt werden. „Eigentümergemeinschaften sollten das Thema dann bei der nächsten Eigentümerversammlung auf die Tagesordnung setzen“, rät Sandra Weeger-Elsner. Da die Maßnahme gesetzlich vorgeschrieben ist, reicht für die Entscheidung die einfache Mehrheit. 
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(Stand 14.04.2011)