06.08.2019. Die Kosten für das Ablesen der Heiz- und Wasserkosten sind oft hoch und machen nicht selten rund zehn Prozent der Heizkostenabrechnung aus, wie eine aktuelle Studie zeigt. Wettbewerb gibt es auf dem Markt der Messdienstleistungen kaum – stattdessen beherrschen wenige große Dienstleister den Markt, darunter die Marktführer Techem und Ista.  Mit einem Wechsel zu einem der wenigen kleineren Anbieter können Sie als Hauseigentümer/in bzw. kann Ihre Wohnungseigentümergemeinschaft aber möglicherweise Geld sparen.

Dass die Ausgaben für die Ablesedienste einen nicht zu unterschätzenden Bestandteil der Energiekosten ausmachen, zeigt eine aktuelle Untersuchung des „Marktwächters Energie“ vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Er prüfte mehr als 1.600 Heizkostenabrechnungen. Das Ergebnis: Bei mehr als der Hälfte der untersuchten Rechnungen bezahlten die Verbraucher im Verhältnis zu ihren Heizkosten zehn Prozent und mehr für die Ablesedienstleistung, fast jeder vierte zahlte sogar 15 Prozent und mehr.

Die Ursache für die hohen Kosten, die von Verbraucherschützern immer wieder kritisiert werden: Auf dem deutschen Ablesedienstmarkt herrscht kaum Wettbewerb. Einem Bericht des Bundeskartellsamts zufolge haben die beiden Marktführer Techem und Ista mehr als 50 Prozent der Messdienstleistungen in Deutschland in ihrer Hand. Es folgen die Dienstleister Brunata, Minol und Kalorimeta. Zusammen, so der Bericht, erreichten diese fünf größten Dienstleister einen Anteil von 80 Prozent des Umsatzes. Einen Preiskampf führen diese großen Anbietern untereinander augenscheinlich nicht.   

Wohnen im Eigentum rät: Kleinere, regionale Anbieter prüfen!

  • Sie bzw. Ihre WEG sollten nicht einfach so bei einer der großen Ablesefirmen bleiben. Weil die Kosten hoch sind, kann ein Anbieterwechsel finanziell interessant sein – vorausgesetzt, es gibt bei Ihnen einen der kleineren, günstigeren Anbieter.
  • Seien Sie sich allerdings bewusst, dass auch der Wechsel an sich mit Kosten und technischen Hürden verbunden sein kann, da die Unternehmen mit unterschiedlichen Messsystemen arbeiten. Wenn Sie ein neues Messsystem kaufen, sollten Sie darauf achten, dass dieses interoperabel ist, also auch von anderen Unternehmen genutzt werden kann, bzw. dass die Technik sich mithilfe von „Ad-Ons“ in der Zukunft für andere Systeme nutzbar machen lässt, informiert der „Marktwächter Energie“. Werden die Geräte vom Anbieter gemietet, sollten Sie vor allem auf die Vertragslaufzeiten, insbesondere mit Blick auf Eichfristen, achten.
  • Als Wohnungseigentümer/in können Sie das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Eigentümerversammlung setzen lassen. Dann kann Ihre WEG die Verwaltung per Beschluss beauftragen, den bestehenden Vertrag zur prüfen und mehrere Angebote, vor allem auch von regional tätigen Anbietern einzuholen. Eine Übersicht von Messdienstleistern finden Sie zum Beispiel hier. In einem nächsten Schritt kann Ihre WEG dann ggf. den Wechsel beschließen.