30.08.2019. Ob Obst-, Nadel- oder Laubbaum: Bäume sind beliebte Schattenspender und gehören für viele zu einem Garten dazu. Doch was tun, wenn ein Baum zu groß geworden oder krank ist? Einfach fällen dürfen Sie Ihren Baum nicht, denn in vielen Kommunen gilt eine Baumschutzverordnung. Was Sie beachten müssen und welche gesetzlichen Vorgaben es beim Schneiden von Hecken gibt, hat WiE für Sie zusammengestellt.

Blick in die Baumschutzsatzung

Informieren Sie sich beim Ordnungs-, Grünflächen- oder Umweltamt, ob in Ihrer Kommune eine Baumschutzverordnung gilt und wenn ja, welche Vorgaben diese macht. In vielen Kommunen sind Bäume mit einem Stammumfang von ca. 60 bis 80 Zentimetern und mehr (gemessen in 1 Meter Höhe über dem Boden) geschützt und dürfen nicht ohne Genehmigung beseitigt werden (davon ausgenommen sind teilweise Obstbäume). Wer sich daran nicht hält und einfach selbst Hand anlegt, riskiert ein Bußgeld, das bis zu 50.000 Euro hoch ausfallen kann. Auch wenn Sie einen starken Rückschnitt durchführen möchten, werden Sie dafür möglicherweise zunächst einen Antrag stellen müssen.

Wurde Ihr Antrag auf Fällung bzw. starken Rückschnitt genehmigt, sollten Sie gut überlegen, ob Sie dies selbst übernehmen. Insbesondere wenn ein Baum sehr hoch ist und beim Fällen Schäden anrichten kann, ist es sinnvoll, einen Fachmann, zum Beispiel einen Landschaftsgärtner, hinzuzuziehen.

Rücksicht auf wildlebende Tiere erforderlich

Ein grundsätzliches Fäll- oder Schnittverbot für die Zeit von März bis September gilt für Bäume in privaten Gärten nicht, es sei denn der betreffende Baum ist Lebensstätte von wild lebenden Tieren (Bundesnaturschutzgesetz § 39) oder die Baumschutzsatzung in Ihrer Kommune schreibt etwas anderes vor. Hecken, Sträucher und andere Gehölze unterliegen hingegen laut Bundesnaturschutzgesetz vom 1. März bis 30. September den Fäll- und Schnittverboten. In diesem Zeitraum dürfen Sie also keinen Rückschnitt durchführen. Weitere Informationen

Streit mit Nachbarn vermeiden: Grenzabstand beachten

Herüberragende Äste oder herabfallendes Laub sind nicht selten Anlass für Streit zwischen Nachbarn. Wer einen Baum pflanzt, muss einen Grenzabstand zum Nachbargrundstück einhalten. Wie groß dieser Abstand sein muss, regelt jedes Bundesland selbst. Was die Rechtsprechung dazu sagt, lesen Sie hier.