Barrierefreiheit in der Immobilie: WiE fordert verlässliche Fördermittel des Bundes

Umbau Badezimmer
Magnific

Der Bedarf an barrierefreiem und altersgerechtem Wohnraum ist in Deutschland sehr viel größer als das Angebot. Einen wichtigen Beitrag zum Ausbau von Immobilien leistet seit Jahren das KfW-Zuschussprogramm „Altersgerecht Umbauen“. Das aktuelle Budget des Bundes ist allerdings nicht ausreichend. Der bundesweite Verbraucherschutzverband Wohnen im Eigentum (WiE) fordert gemeinsam mit weiteren Verbänden, die Finanzierung durch ausreichende Fördermittel zu sichern. 

Millionen Menschen sind auf einen barrierearmen Zugang zu ihrer Wohnung angewiesen. Daher sollte die Förderung barrierereduzierender Umbauten im Wohnungsbestand verlässlich gesichert werden – das fordert Wohnen im Eigentum gemeinsam mit sieben weiteren Verbänden von der Bundesregierung und dem Bundestag. Das KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen – Barrierereduzierung“ (455-B) soll kurzfristig wieder anlaufen und im Bundeshaushalt 2027 mit ausreichenden Mitteln ausgestattet werden. Die für 2026 bereitgestellten 50 Millionen Euro waren bereits am 30. Juli ausgeschöpft – ein deutlicher Beleg dafür, dass der Bedarf über dem bisherigen Fördervolumen liegt. 

Ausreichende Förderung kann vorzeitige Umzüge und Pflegeheimaufenthalte vermeiden

„Eine kontinuierliche Förderung ist entscheidend, damit mehr Menschen möglichst lange selbstbestimmt in ihrem vertrauten Umfeld leben können“, sagt Dr. Sandra von Möller. „Sie schafft Planungssicherheit für Eigentümer und Mieter und erleichtert die Finanzierung notwendiger Umbaumaßnahmen.“

In Deutschland fehlen rund 2,5 Millionen barrierefreie Wohnungen. Rund 7,8 Millionen Menschen leben mit einer Schwerbehinderung; zugleich steigt der Anteil mobilitätseingeschränkter Menschen mit zunehmendem Alter deutlich. 

Eigenes Fördermodul für Barrierefreiheit verankern und steuerliche Anreize setzen 

WiE fordert im Rahmen des gemeinsamen Verbändebriefs, die KfW-Förderung für barrierereduzierende Maßnahmen kurzfristig wieder aufzunehmen und verlässliche Bundesmittel für 2027 bereitzustellen. Um Eigentümer:innen und ausführenden Unternehmen Planungssicherheit zu geben, muss Barrierefreiheit zudem dauerhaft in bestehenden Wohnraum- und Sanierungsförderprogrammen verankert werden, beispielsweise durch ein eigenständiges Fördermodul. Ergänzend spricht sich WiE für steuerliche Anreize aus. Eine Erweiterung des § 35c EStG um Maßnahmen zur Barrierereduzierung könnte insbesondere selbstnutzende Eigentümer:innen zu Investitionen bewegen.

„Ausreichend barrierereduzierten Wohnraum zu schaffen, ist angesichts des demografischen Wandels eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe“, sagt Dr. Sandra von Möller. „Möglichst lange selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben zu können, ist nicht nur für die Betroffenen wichtig, sondern entlastet auch Angehörige und soziale Sicherungssysteme. Dafür brauchen Eigentümer verlässliche Rahmenbedingungen und eine langfristig gesicherte Förderung.“

Den Verbändebrief haben sieben Verbände aus den Bereichen Wohnen, Seniorenvertretung, Soziales und Industrie unterschrieben, darunter auch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e. V. (BAGSO) sowie der Sozialverband Deutschland (SoVD). 

Über Wohnen im Eigentum

Wohnen im Eigentum (WiE) ist ein bundesweiter Verbraucherschutzverband mit über 16.500 Mitgliedern und Sitz in Bonn. Der Verband tritt für die Rechte und Interessen von privaten Immobilieneigentümer:innen, insbesondere von Wohnungseigentümer:innen und Wohnungseigentümergemeinschaften ein. WiE ist parteipolitisch neutral, unabhängig und Mitglied im Verbraucherzentrale Bundesverband. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Verbands unter www.wohnen-im-eigentum.de.