Der Bundestag hat den sogenannten Bau-Turbo beschlossen – ein Maßnahmenpaket, das den stockenden Wohnungsbau in Deutschland ankurbeln soll, indem das Bauplanungsrecht vereinfacht wird. Der politische Druck ist groß, denn bezahlbarer Wohnraum wird immer knapper – und die Preise für Häuser und Wohnungen steigen weiter, wie Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen.
Immobilienpreise seit 2010 um 94 Prozent gestiegen
In Deutschland sind die Bau- und Immobilienpreise zwischen 2010 und 2022 stark gestiegen. Bundesweit haben sich die Preise sowohl für Eigentumswohnungen als auch für Ein- und Zweifamilienhäuser (Gesamtpaket von Immobilie und Grundstück) zwischen 2010 und 2022 um rund 94 Prozent verteuert.
Während die Preise zwischen 2022 und Ende 2024 gefallen waren, ziehen sie jetzt erneut an: Die Preise für Wohnimmobilien lagen im zweiten Quartal 2025 um 3,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums – das betrifft auch Eigentumswohnungen, die bundesweit teurer geworden sind. Damit ist es bereits das dritte Quartal in Folge, in dem die Preise gestiegen sind.
In den sieben größten Metropolen – Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf – stiegen die Preise um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
In kreisfreien Großstädten außerhalb der Metropolen fiel der Anstieg mit 5 Prozent besonders deutlich aus. Auch auf dem Land ziehen die Preise wieder an: In dünn besiedelten Kreisen lagen sie 3,6 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum.
Darlehen für Eigentumswohnungen: Plus von 17,7 Prozent
Parallel zum Preisanstieg hat sich auch die Kreditvergabe für Immobilien deutlich erhöht. Die vdp-Banken geben wieder deutlich mehr neue Finanzierungen aus als noch vor einem Jahr. Besonders Darlehen für Häuser und Wohnungen sind gefragt – das Kreditvolumen ist innerhalb eines Jahres um 22 Prozent auf 46 Milliarden Euro gestiegen.
Im ersten Halbjahr 2025 stellten die im Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) zusammengeschlossenen Institute insgesamt Finanzierungen im Wert von 70,1 Milliarden Euro zur Verfügung, das war ein Plus von 17 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024.
Am stärksten fiel der relative Anstieg mit 30,3 Prozent bei Immobiliendarlehen für Mehrfamilienhäuser aus (11,6 Milliarden Euro). Die Finanzierung von Ein- und Zweifamilienhäusern (22,8 Milliarden Euro) wies ein Plus von 21,9 Prozent aus. Zweistellig war auch die Wachstumsrate bei Eigentumswohnungen (9,3 Milliarden Euro) mit plus 17,7 Prozent. Die Kreditvergabe für sonstige wohnwirtschaftliche Objekte erreichte einen Wert von 2,3 Milliarden Euro (plus 4,5 Prozent).
Ampel-Koalition hat Ziel zum Neubau verfehlt
Die Ampel-Koalition hatte sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, 400.000 neue Wohnungen pro Jahr zu schaffen. Doch davon ist Deutschland weit entfernt: 2024 wurden lediglich 251.900 Wohnungen fertiggestellt – ein Rückgang zum Vorjahr in Höhe von 14,4 Prozent. Bei rund einem Drittel der neuen Wohnungen waren Privatpersonen Bauherren. Ob der neue Bauturbo tatsächlich für Entlastung sorgt, hängt davon ab, wie schnell die geplanten Maßnahmen in der Praxis umgesetzt werden.