09.02.2024. Spätestens seit der Corona-Pandemie ist in vielen Haushalten ein schnelleres Internet gefragt, das insbesondere über Glasfaser erreicht wird. Das Glasfasernetz in Deutschland wird derzeit durch verschiedene, teils regionale bzw. lokale Netzbetreiber, ausgebaut. Wir haben in der Januar-Ausgabe des eRundbriefs gefragt, ob bzw. wie der Glasfaserausbau bei Ihnen vorangeht. Einige Eigentümer*innen sind unserem Aufruf gefolgt und haben uns ihre Erfahrungen geschildert, vielen Dank dafür! Einige Erfahrungen haben wir für Sie im Folgenden zusammengestellt.

Martin B. (Name geändert):
„Gerne berichte ich über den Glasfaserausbau in Osnabrück. Im August 2023 wurde durch ein Subunternehmen des ausbauenden Unternehmens der Hausanschluss in unserem Mehrfamilienhaus gelegt. Ein dabei durch sie verursachter Schaden am Haus wurde dokumentiert. Darauffolgend wurde telefonisch durch eine Mitarbeiterin, die offensichtlich für dieses Subunternehmen zuständig war, eine Reparatur zugesichert. Eine Schadensmeldung erfolgte zusätzlich an das ausbauende Unternehmen per E-Mail. Auch die Hausverwaltung forderte es mit Fristsetzung zur Reparatur auf.

Die zugesicherte Inhouse-Verkabelung, also das Legen der Anschlüsse in die einzelnen Wohnungen, fand bis heute auch nicht statt. Vor kurzem haben wir jetzt endlich einen Termin erhalten, in dem das Verlegen der Inhouse-Verkabelung besprochen werden soll.

Ein Beschluss für das Legen des Anschlusses wurde in unserer WEG nicht gefasst. Die Verwaltung hat den Antrag auf Glasfaserausbau beim ausbauenden Unternehmen gestellt, auch weil sie wusste, dass bei einigen Eigentümern Interesse vorhanden war. Und niemand hat sich danach gegen das Legen des Hausanschlusses ausgesprochen, dieser Punkt ist unter uns Eigentümern unstrittig. Wie viele Wohnungen dann letztlich angeschlossen werden sollen, ist bislang nicht kommuniziert worden.“

Markus A. (Name geändert):

„Ich kann zwar nur von einem Einfamilienhaus berichten, was aber auch für WEGs interessant sein dürfte. Mein Glasfaseranschluss läuft perfekt, nur habe ich seit vier Jahren ein nicht korrekt verschlossenes Loch in der Wand, unterhalb der Geländeoberfläche.

Der Anschluss ans Glasfasernetz erfolgte im Jahr 2020 durch ein großes Subunternehmen des Glasfaseranbieters. Leider wurden bei der Einführung der Glasfaser ins Gebäude Arbeiten mehrfach nicht sachgerecht ausgeführt. Es fehlen immer noch die wasserdichten und gasdichten Abschlüsse für die Hauseinführung. Dasselbe ist bei einigen Häusern in der Nachbarschaft passiert. Nur wissen die meisten Betroffenen es gar nicht, weil gleich nach der Durchführung im Regelfall die Baugrube schnell zugeschüttet wurde. Die nachträgliche schachgerecht Ausführung, ist leider nicht einfach durchzuführen. Hoffentlich können andere Haus- bzw. Wohnungseigentümer mit diesem Vorwissen Ärger im Vorfeld vorbeugen.“

Ronald G. (Name geändert):

„Unser Objekt ist ein Mehrfamilienhaus, 1996 als Neubau errichtet und verfügt über elf Wohneinheiten. Mit dem Bau des Gebäudes gab es damals von Kabel Deutschland (heute Vodafone) einen Vertrag mit unserer WEG für die Grundversorgung aller Wohnungen für den Fernsehempfang. Dieser Vertrag wird meines Wissens Mitte des Jahres auslaufen und jeder Eigentümer wird dann – falls gewünscht – selbst direkter Vertragspartner.

Die Telekom hat sich offenbar vor einer Weile an unsere Verwaltung gewandt, die wiederum den Vorschlag zum Glasfaserausbau in die Eigentümerversammlung 2023 zur Abstimmung einbrachte. Wir haben dann das Angebot zur kostenfreien Montage des Hauptanschlusses und die Anbindung jeder Wohnung bis 3 Meter Kabellänge einstimmig in der Versammlung beschlossen. Die danach folgende Nutzung und Erweiterung ist dann Angelegenheit des jeweiligen Wohnungseigentümers.

Vor dem Hintergrund wachsender Ansprüche an multimediale Übertragungsgeschwindigkeit und Kapazitäten gab es in unserer WEG keinen Diskussionsbedarf zu dem Thema.

Da sich unser Objekt in einer Randlage von Berlin befindet, nehme ich allerdings nicht an, dass die Anbindung an das Glasfasernetz in einem mittelfristigen Zeitraum stattfinden wird, sondern dass dies noch eine Weile dauern wird.“

Hinweise von WiE:

Nutzen Sie als WiE-Mitglied gerne unser kostenfreies Infoblatt „Glasfaserausbau/TV-Kabelgebühren: Was Wohnungseigentümer*innen wissen müssen“ (bitte erst einloggen, dann hier klicken).