Nach einer leichten Leckage der Gasheizung musste die WEG von WiE-Mitglied Stephan J. eine neue Heizung finden. Nach rund drei Jahren konnte das Projekt 2025 endlich abgeschlossen und eine Gasheizung, kombiniert mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe, eingebaut werden. Seine wichtigsten Erkenntnisse würde er gerne mit anderen WEGs teilen.
„Unsere WEG in Köln-Ehrenfeld umfasst 27 Wohneinheiten. Das Gebäude aus dem Baujahr 2003 ist ganz gut gedämmt. Wir beschäftigten uns seit dem Sommer 2022 mit dem Thema Heizungstausch. Im vergangenen Jahr konnte schließlich nach einer Reihe von Herausforderungen, die wir zu meistern hatten, eine Hybridlösung – eine Gasheizung kombiniert mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe – umgesetzt werden.
- Engagement von Eigentümern: Schnell war klar, dass es von Seiten unseres Verwalters kaum Unterstützung beim Projekt Heizungstausch geben würde. Wir hatten eher das Gefühl, dass er dieses Thema gerne abgeblockt hätte, da es sehr komplex war. In unserer Eigentümerversammlung im Frühsommer 2022 – die Krise bei den Energiepreisen begann gerade Fahrt aufzunehmen – etablierten wir deshalb eine Arbeitsgruppe, in der sich neben mir noch zwei weitere Miteigentümer (wir sind keine Beiräte) engagierten. Ohne den Einsatz einzelner Eigentümerinnen und Eigentümer sowie ein gewisses Durchhaltevermögen wäre ein solches Projekt kaum realisierbar gewesen.
- TGA-Planer beauftragen: Wir machten uns auf die Suche nach einem TGA-Planer, einem Planer für technische Gebäudeausrüstung, der gleichzeitig Energieberater ist. Der Energieberater, mit dem wir zuvor Kontakt hatten, hatte vor allem Einfamilienhäuser im Blick und konnte uns bei der Suche nach einer geeigneten Lösung für unser Gebäude nicht weiterhelfen.
- Hybrid-Lösung für breitere Zustimmung: Im Rahmen der Planung zeigte sich, dass in unserer WEG eine Hybridheizung eine breitere Zustimmung finden würde als eine reine Wärmepumpenlösung. Für die Hybridvariante konnten wir die doppelt qualifizierte Mehrheit erreichen, sodass die Kosten auf alle Eigentümer verteilt werden konnten. Ein wichtiger Grund waren die geringeren Investitionskosten: Die Hybridlösung kostete rund 150.000 Euro, während eine reine Wärmepumpenanlage mit etwa 200.000 Euro veranschlagt worden wäre.
- Finanzierung planen: Obwohl wir erfolgreich Fördermittel der KfW beantragt haben, mussten die Rechnungen zunächst aus eigenen Mitteln bezahlt werden. Erst danach erfolgte die Auszahlung der Fördermittel. Deshalb ist es wichtig, die finanzielle Situation der WEG langfristig im Blick zu behalten. Unsere Gemeinschaft hatte bereits vor rund neun Jahren begonnen, die Zuführung zur Erhaltungsrücklage schrittweise zu erhöhen. Dadurch waren wir finanziell gut aufgestellt. Die Maßnahme wurde schließlich durch einen Teil der Rücklage sowie eine Sonderumlage finanziert.
- Wärmepumpenplanung: Der Betrieb einer Luftwärmepumpe verursacht Geräusche, weshalb die Vorgaben der TA Lärm eingehalten werden müssen. In unserem Fall ist jedoch unklar, welcher Grenzwert gilt, da für das Gebiet kein Bebauungsplan vorliegt. Je nach Einstufung als reines oder allgemeines Wohngebiet sind nachts entweder 35 dB(A) oder 40 dB(A) zulässig. Um auf der sicheren Seite zu sein, haben wir letztlich mit dem strengeren Grenzwert von 35 dB(A) geplant. Um mögliche Konflikte bezüglich Lärm zu vermeiden, haben wir außerdem die zwei Außengeräte in der Mitte unseres Innenhofs aufgestellt, wo keine Wände oder Mauern in der Nähe sind. Zudem besteht die Möglichkeit, die Geräte bei Bedarf mit Schallschutzhauben nachzurüsten. Bislang war dies jedoch nicht erforderlich.“
Hat auch Ihre WEG vor kurzem die Heizung erneuert oder eine andere energetische Sanierung durchgeführt? Dann berichten Sie uns gerne davon. Schicken Sie gerne eine E-Mail an themen@wohnen-im-eigentum.de.