Verbrauchern ist oft nicht bekannt, wie welche Verpackung korrekt entsorgt werden muss / Wohnen im Eigentum gibt Tipps und fordert Kennzeichnung von Verpackungen

20.12.2019. Nach der Bescherung liegen in vielen Haushalten Unmengen an Geschenkpapier und Verpackungsmüll unterm Christbaum. Diese Müllberge zu vermeiden – wäre ein erster notwendiger Schritt – sie richtig zu trennen, ist die nächste Herausforderung. Der Verbraucherschutzverband Wohnen im Eigentum (WiE) gibt Tipps und fordert eine gesetzlich festgelegte Kennzeichnungspflicht, wie Müll zu trennen und zu entsorgen ist. Denn häufig ist das Material nicht zu erkennen und nicht zuzuordnen.

Richtige Mülltrennung erfordert Fachwissen

Liebevoll verpackte Geschenke lassen viele Herzen höher schlagen, nach der Bescherung lassen die Verpackungen dann aber die Mülltonnen überquellen. Zum richtigen Entsorgen der Müllberge müssen Verbraucher dann beachten: Geschenkpapier gehört nicht automatisch in die Altpapiertonne, es kann sich auch um Kunststofffolie handeln oder mit Kunststofflacken und -folien beschichtetes Papier. Kunststofffolien sind in die gelbe Tonne zu werfen, kunststoffbeschichtetes Papier in den Restmüll. Glaschristbaumkugeln gehören nicht in den Altglascontainer, sondern in den Restmüll. Häufig bestehen Verpackungen auch aus einem Materialmix, und Verbrauchern ist nicht klar, wie sie diese zu entsorgen haben. Beispiel Pralinen und Schokoladen: Manche Produkte sind von einer Alu- oder Kunststofffolie (Gelbe Tonne) umgeben und zusätzlich von einer Außenverpackung aus Papier oder Karton (Altpapier). Adventskalender bestehen in der Regel aus einer Papphülle und einem Plastik-Innenteil. All diese Materialien müssen erst sorgfältig voneinander getrennt werden, damit sie recycelt werden können. Dies gilt auch für Joghurtbecher mit Abdeckungen aus Aluminium. Nur Fachleute blicken da noch durch.

Hinweise zur Entsorgung sollten Pflicht sein

Wohnen im Eigentum fordert deshalb, dass auf Verpackungen Hinweise zu ihrer Entsorgung aufgedruckt sein müssen – damit die Mülltrennung für Verbraucher machbar, einfacher und transparenter wird. „Eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht der Verpackungen in Bezug auf die Entsorgung ist unabdingbar, um die Recyclingquoten zu verbessern“, fordert Gabriele Heinrich, Vorstand des Verbraucherschutzverbandes Wohnen im Eigentum (WiE).

Mülltrennung in WEGs verbessern – ein erster Tipp: Listen zur Mülltrennung aufhängen

Die Beispiele zeigen, wie komplex Mülltrennung ist. Häufig sorgt das Thema in WEGs für weiteren Unmut oder Streit um höhere Müllgebühren, wenn Miteigentümer oder Mieter Müll immer wieder falsch oder nachlässig entsorgen. „Zur Verbesserung der Mülltrennung können Bewohner beitragen, indem sie zum Beispiel eine Liste aushängen oder aushängen lassen, in der konkret aufgeführt wird, wie welcher Müll zu entsorgen ist“, so Heinrich. Hinweise und Listen zur Mülltrennung bieten häufig auch die kommunalen Abfallbetriebe auf ihrer Website.