Verbraucherverband Wohnen im Eigentum e.V. empfiehlt den Blick in die Teilungserklärung /  kostenfreier Ratgeber "Der Modernisierungs-Knigge für Wohnungseigentümer"

 

14.11.2017. Gehören bei Eigentumswohnungen die Fenster zum Sondereigentum oder zum Gemeinschaftseigentum? Können Sie als Eigentümer/in selbst über einen Fenster-Austausch oder eine Fenster-Reparatur entscheiden? Und wer muss die Fenster-Instandhaltung bezahlen? Viele Eigentümer wissen das nicht, handeln auf eigene Faust – und verursachen damit Probleme und Streitigkeiten in ihrer Gemeinschaft. Die Sachlage ist so:

Außenfenster einer Wohnung gehören nicht dem Wohnungseigentümer, sondern der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG). Sie sind zwingend Gemeinschaftseigentum gemäß § 5 Abs. 2 WEGesetz. Das heißt: Die Fenster sind sogar dann Eigentum der WEG, wenn in der Teilungserklärung etwas anderes steht. Abweichende Regelungen, die die Fenster zum Sondereigentum einer Wohnung erklären, werden von der Rechtsprechung nicht als gültig anerkannt. Eigentümer, die "ihre" Fenster renovieren wollen, müssen deshalb zuvor immer einen Beschluss der Eigentümerversammlung darüber beantragen. Das gilt für sämtliche Änderungen an Fensterrahmen, Verglasung, Fensterläden, Außenjalousien und -markisen, Rollläden sowie an den Fenstersimsen und äußeren Fensterbänken. Nur die inneren Fensterbänke gehören zum Sondereigentum. Über sie können Wohnungseigentümer allein bestimmen.

Muss ein Fenster gestrichen, repariert oder gar ausgetauscht werden, müssen also eigentlich auch alle Eigentümer gemeinsam dafür zahlen. Allerdings kann die Teilungserklärung hierzu Sonderregelungen enthalten und bestimmen, dass jeder Eigentümer die Instandsetzung oder auch den Austausch „seiner“ Fenster selbst bezahlen muss. Auch wenn in Teilungserklärungen fälschlicherweise steht, dass Fenster zum Sondereigentum gehören, wird das von einigen Gerichten als Kostentragungsregelung für die Instandhaltung und -setzung gewertet. Aber Vorsicht! Selbst wenn Sie also in diesen Ausnahmefällen für "Ihre" Fenster selbst zahlen müssen, gilt: Welches Rahmenmaterial beim neuen Fenster verwendet werden oder welche Farbe der Anstrich haben darf, entscheidet - wie alle weiteren Details - noch immer die Gemeinschaft. „Sind die übrigen Fenster im Haus aus Holz oder Aluminium, dürfen einzelne Eigentümer keine kostengünstigen PVC-Fensterrahmen wählen – und umgekehrt“, nennt Gabriele Heinrich, Geschäftsführerin von Wohnen im Eigentum e.V., ein Beispiel.

 

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