3. Juli 2013  Bei den Gebäudeversicherungen steigen die Preise. Da fragt sich, ob Hauseigentümer das durch Wechsel zu einem günstigeren Anbieter auffangen können.

Die Versicherungen für Brand, Leitungswasser, Sturm, Hagel und andere Gebäudeschäden werden teurer, „ein ganz klarer Trend“, sagt der Kölner Versicherungskaufmann Ingo Cordts, er bietet für wohnen im eigentum telefonische Versicherungsberatung. Verantwortlich seien unter anderem zunehmende Sturmschäden. Außeredem beobachtet Cordts, dass Versicherungen Kunden mit älteren unsanierten Häusern – „ab 30 Jahren aufwärts“ – aus den Verträgen oder zu Selbstbeteiligungen drängten. Grund sei die steigende Schadensanfälligkeit alter Wasserleitungen.

Das sollten alle Hausbesitzer zum Anlass nehmen, den bisherigen Versicherungsschutz zu überprüfen, auch wenn es aktuell kein Probleme mit der Assekuranz gibt. Denn „bei alten Policen sind wichtige Risiken oft nicht versichert“, sagt Ingo Cordts. Er nennt als Beispiele den früher üblichen Ausschluss für grobe Fahrlässigkeit, den es in guten neuen Verträgen nicht mehr gebe. „Darauf haben die Versicherungen sich im Schadensfall häufig berufen.“ Auch Vandalismus sei in Alt-Veträgen nicht versichert. Das kann jeden treffen, etwa der Eierwurf auf die Fassade durch Jugendliche. „Eine Mode an Halloween. Damit hatte ich letztes Jahr in zwei Fällen zu tun.“ Der Schaden komme schnell in den vierstelligen Bereich. Andere Beispiele sind Graffiti oder Fußbodenheizungen.

Außerdem kann die Überprüfung große Einsparpotenziale aufdecken. Cordts: „Es gibt bei vergleichbarer Qualität in Konditionen und Service Preisunterschiede mit dem Faktor 2,5.“

Zeigt sich dann, dass ein Wechsel sinnvoll ist, mus die Kündigungsfrist beachtet werden, meist drei Monate zum Versicherungsablauf. Das ist das Datum, zu dem die Versicherung abgeschlossen wurde, es fällt meist nicht auf den Jahreswechsel. Sicherer ist es, die neue Versicherung vor der Kündigung der alten Police abzuschließen, „vor allem wenn es in den letzten drei oder fünf Jahren Schäden gab“, warnt Vericherungsberater Cordts. Dann kann es nämlich sein, dass die neue Versicherung den Antrag ablehnt oder nur mit Selbstbehalten annimmt.

Ingo Cordts empfiehlt trotz der zahlreichen Versicherungsportale den Gang zum Berater. „Nur er sieht auf einen Blick die Knackpunkte im Kleingedruckten.“ Und er wisse etwa, dass als Versicherungssumme der Gebäudewert zu niedrig sein könne. „Das deckt zwar nach einem Brandschaden den Neubau. Aber dazu kommen oft Kosten in Höhe von mehreren 10.000 Euro für Dekontamination.“ Denn die Brandrückstände müssten mit hohen Kosten als Sondermüll entsorgt werden..