wohnen im eigentum fordert Landesbanken zur Kreditbearbeitung auf / Gleichbehandlung der Wohnungseigentümer

19.06.2009

KfW-Kredite können von Wohnungseigentümer- gemeinschaften immer noch nicht im erforderlichen Umfang in Anspruch genommen werden. Die Ursache sind allein Organisationsprobleme bei der Abwicklung. Bei etwa 5 Mio Eigentumswohnungen in Deutschland bleibt ein Investitionspotential von rund 40-50 Mrd. € (geschätzte 10.000 € je Wohnung)  ungenutzt. Der Verbraucherschutzverein wohnen im eigentum fordert die Landesbanken auf, das erfolgreiche Modell der IB Schleswig-Holstein zu übernehmen, die bisher als einzige Landesbank Kreditanträge von Eigentümergemeinschaften bearbeitet.   
 

Die KfW tourt mit zwei Info-Bussen in diesen Monaten durch Deutschland und wirbt für günstige Förderkredite für energetische Modernisierungsmaßnahmen. Für private Hauseigentümer gibt es vielfältige Investitionsanreize, für Wohnungseigentümer ist der Fördermittelzugang eingeschränkt. Zwar können einzelne Wohnungseigentümer Kredite beantragen (aufgrund der Besonderheiten von Wohnungseigentümergemeinschaften ist dies nur für kleine Eigentümergemeinschaften realisierbar), aber nicht die größeren Eigentümergemeinschaften. Ihnen stehen nur die Zuschüsse der KfW zur Verfügung. Hat eine größere WEG keine ausreichende Eigenmittel auf dem Konto, um eine umfangreiche energetische Modernisierung direkt selbst zu finanzieren – was bei Immobilieneigentümern die Regel ist – hilft ihr auch nicht der Staat, der ansonsten mit den Konjunkturprogrammen – zur Ankurbelung der Wirtschaft - viel Unterstützung leistet. Der Grund hierfür: Es gibt – außer in Schleswig-Holstein – keine durchleitende Bank, die bereit ist, Kreditanträge von Eigentümergemeinschaften zu bearbeiten. Da für Eigentümergemeinschaften ein besonderes Prüfverfahren erforderlich ist und die Sicherheitsstellung anders organisiert werden muss, wären hier die Landesbanken – in NRW die West LB – gefordert. „Es ist ein Skandal, dass sich auch nach langer interner Diskussion hier immer noch nichts bewegt.“ erklärt Friedrich Stark, Vorstandsmitglied von wohnen im eigentum e.V. Dabei gibt es das Modell der Investitionsbank Schleswig-Holstein. Dieses ist einfach übertragbar. „wohnen im eigentum e.V. fordert die Gleichbehandlung von Wohnungseigentümern. Hier bleibt Investitionskraft ungenutzt – zum Schaden und Nachteil der Wohnungseigentümer sowie zum Schaden der gesamten Wirtschaft“ so Stark.

Die Ergebnisse einer Befragung von Wohnungseigentümern zu ihren Problemen bei energetischen Modernisierungen sind veröffentlicht in Stolpersteine auf dem Weg zur Modernisierung.