18.04.2015. Risse in den Wänden, Feuchtigkeit oder Schimmel: Schäden gibt‘s leider nicht nur an älteren Häusern. Auch viele Neubauten sind nicht mängelfrei. Laut der "Analyse der Entwicklung der Bauschäden und Bauschadenkosten“ des Instituts für Bauforschung in Hannover ist die Zahl der Bauschäden von 2002 bis 2013 um das Viereinhalbfache gestiegen. Die durchschnittlichen Bauschadenskosten haben sich im gleichen Zeitraum mehr als verdoppelt: von 33.000 Euro auf mindestens 67.000 Euro. Ausgewertet wurden fast 5.000 Schäden, für die Baufirmen und Handwerker ihre Berufshaftpflicht in Anspruch genommen haben.

Zu spät entdeckte Fehler kommen Sie teuer zu stehen

Weil Bauen immer komplexer wird und die verschiedenen Gewerke eng aufeinander abgestimmt sein müssen, haben Fehler oft gravierende Folgen. So kann durch schlampig verlegte Ziegel Feuchtigkeit eindringen und die gesamte Dachkonstruktion oder auch den Innenausbau in Mitleidenschaft ziehen: 18,4 Prozent der Schäden treten laut Studie an mehreren Bauteilen auf: Rund 8 Prozent der Schäden betreffen Baugrund, Fundament, Keller, fast ebenso viele die Wände (7,81 %), das Dach (7,24 %), Decken und Fußböden (6,93 %) oder die Wärmedämmung (6,82 %). Ursachen für die Mängel waren bei 45 % der Fälle Fehler in der Bauausführung. Jeder vierte Mangel war auf Bauleitungsfehler, etwa jeder fünfte (21 %) auf Planungsfehler zurückzuführen. Materialfehler (6 %) und unvorhersehbare Einflüsse (3 %) verursachten weniger Bauschäden.

Ist das Haus fertig, können Sie keineswegs aufatmen. Nur etwa jeder fünfte Schaden wird schon in der Bauzeit bemerkt, 29 % im ersten sowie je 25 % im zweiten und dritten Jahr nach Bauabschluss. Fast 10 % der Schäden treten erst nach der Gewährleistungszeit von fünf Jahren zutage. Je später ein Schaden entdeckt wird, umso aufwändiger und teurer ist es, ihn zu beseitigen. Nach Ablauf der Gewährleistungsfrist müssen die Hausbesitzer die Kosten in der Regel allein tragen.

Treffen Sie gezielte Vorsorge durch die VorOrt-Bauberatung mit WiE

Als Baukunde sollten Sie möglichst frühzeitig Baufachleute zu Rate ziehen und in verschiedenen Bauphasen Vor-Ort-Bauberatungen in Anspruch nehmen. Denn: „Laien können Fehler oft nicht erkennen. Und viele Mängel verschwinden beim Innenausbau aus dem Blickfeld“, weiß Birgit Thielmann, Architektin bei Wohnen im Eigentum (WiE). „Sind die Wände verputzt und gestrichen, kann man beispielsweise die Sanitär- und Elektroinstallation nicht mehr sehen. Und wenn die Sparrenlage geschlossen ist, lassen sich der Aufbau von Dämmung sowie Wind- bzw. Luftdichtigkeitsebenen nicht mehr kontrollieren.“ Beim konventionellen Hausbau können bis zu zehn Bauberatungstermine sinnvoll sein (beim Fertighaus je nach Vorfertigungsgrad entsprechend weniger), der erste bereits bei Fertigstellung der Bauplatte bzw. des Kellers – der letzte vor Ablauf der Gewährleistungszeit.

„Die Bauberaterinnen und -berater von Wohnen im Eigentum e.V. protokollieren jeden Termin oder sichtbaren Mangel vor Ort stichwortartig in einer Checkliste. So bekommen die Baukunden einen Überblick über die Vorgänge auf der Baustelle – und können Ansprüche auf Mängelbeseitigung leichter geltend machen“, erklärt Birgit Thielmann.

Das Besondere bei Wohnen im Eigentum: Alle Baukunden erhalten zu Beginn der Vor-Ort-Bauberatung eine Checkliste, die auf bekannte und häufig auftretende Baumängel hinweist. „Das sensibilisiert für die Schadensprobleme, und damit können auch Laien mögliche Mängel in den verschiedenen Bauphasen vom Rohbau bis zur Abnahme leicht erkennen.“ Mehr Informationen über die Beratungsangebote von Wohnen im Eigentum