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Thema: Wohngeld

 

10.07.2015. Arbeitslosigkeit, Familienzuwachs, eine längere Erkrankung, Scheidung oder Rentenbeginn: Es gibt viele Gründe, warum Eigentümer die Kosten für die eigene Immobilie nicht (mehr) tragen können. Manchmal scheint der Verkauf der Immobilie der einzige Ausweg. Dass sie – ebenso wie Mieter - Anspruch auf Wohngeld haben können, wissen viele Eigentümer nicht.

Das Wohngeld soll nach § 1 Wohngeldgesetz (WoGG) angemessenes und familiengerechtes Wohnen sichern. Es wird als Mietzuschuss oder – für Eigentümer – als sogenannter Lastenzuschuss (Zuschuss zur Belastung) geleistet.

Anspruch auf die staatliche Leistung haben u.a. Eigentümer von Ein- oder Zweifamilienhäusern, Wohnungseigentümer sowie Nutzer eines eigentumsähnlichen Dauerwohnrechts, Nießbrauchrechts oder Wohnungsrechts – allerdings nur, wenn sie selbst in der Immobilie wohnen und die Kosten dafür selbst tragen. Empfänger von Transferleistungen – also beispielsweise von Arbeitslosengeld II (Hartz IV), Hilfe zum Lebensunterhalt oder Sozialgeld nach dem SGB II – bekommen kein Wohngeld. Auch alle, die in einer Bedarfsgemeinschaft/Haushaltsgemeinschaft mit einem Empfänger von Transferleistungen leben, können keinen Lastenzuschuss beantragen.

Zuschussfähig sind nach § 10 WoGG die Kosten für den Kapitaldienst und die Bewirtschaftung von Wohnraum, also u.a.

  • Ausgaben für Zins und Tilgung bei Krediten für den Bau, Kauf oder für Modernisierungsmaßnahmen,
  • Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten (Bewirtschaftungskosten),
  • Grundsteuer und sonstige Grundbesitzabgaben,
  • Versicherungsbeiträge für das Eigenheim und
  • Verwaltungskosten.

Ob und wie viel Lastenzuschuss bezahlt wird, hängt von drei Faktoren ab, von

  • der Höhe der Miete bzw. der Belastung,
  • der Höhe des Einkommens und
  • der Anzahl der Familienmitglieder, die in der Wohnung leben.

 

Einkommensgrenzen beachten

Das Wohngeld ist an bestimmte Einkommensgrenzen gebunden: Es wird erst ab einem bestimmten Mindesteinkommen und nur bis zu einem Höchstbetrag bezahlt. In Städten, in denen Wohnen besonders teuer ist (Stufe VI) – beispielsweise in München oder Freiburg – hat eine dreiköpfige Familie noch mit einem Bruttoeinkommen von 2.043 Euro/Monat Anspruch auf Wohngeld oder Lastenzuschuss, in Orten mit niedrigen Wohnkosten – z. B. in Schmalkalden in Thüringen (Stufe I) – nur bis zu einem Brutto-Einkommen von 1.871 Euro/Monat. Das Kindergeld wird beim Einkommen nicht berücksichtigt; außerdem gibt es Freibeträge z.B. für behinderte Menschen, für Kinder oder für Alleinerziehende.

Auch die Höchstbeträge, die für Miete und Belastungen berücksichtigt werden, sind abhängig vom Wohnort und der Zahl der Familienmitglieder: Eine dreiköpfige Familie kann in Mietstufe I 424 Euro geltend machen, in Stufe VI 594 Euro.

Was die Wohngeldreform für eine dreiköpfige Familie an Lastenzuschuss ausmacht, hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) an einem Fallbeispiel einer dreiköpfigen Familie aus Thüringen berechnet, die für ihr Eigenheim monatlich insgesamt 500 Euro für Betriebskosten und Hypothek zahlt. Der Vater verdient monatlich 1.650 Euro. Die Mutter ist arbeitslos und hat keinen Anspruch auf ALG I. Für das Kind erhält die Familie 184 Euro Kindergeld. Bislang erhält die Familie 31 Euro Lastenzuschuss, ab 2016 erhöht sich dieser Wohngeldanspruch auf 92 Euro im Monat – das sind 61 Euro mehr als bisher.

 

Wohngeld ermitteln und beantragen

Der Lastenzuschuss muss bei den Wohngeldbehörden der Gemeinde-, Stadt- oder Kreisverwaltung beantragt werden und wird dann für jeweils zwölf Monate gezahlt.

Ob ein Wohngeldanspruch besteht und wie hoch das Wohngeld ist, kann man in den Wohngeldtabellen auf der Website des BUMB ablesen oder mithilfe von Wohngeldrechnern berechnen (z.B. hier).