Einbruchschutz

So müssen Einbrecher draußen bleiben

Nach Angaben der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik gab es im zuletzt ausgewerteten Jahr 2016 bundesweit 151.265 Wohnungseinbruchdiebstähle und Versuche des Einbruchsdiebstahls. Im Vergleich zum Jahr davor ist die Zahl dieser Straftaten um 9,5 Prozent gesunken. In rund 63.000 Fällen kamen die Täter sogar zur Tageszeit. In 44,3 Prozent der Fälle blieb es beim Versuch. Der Anteil der Fälle, in denen der Einbruch nicht vollendet wurde, steigt seit 15 Jahren immer weiter an. Im Jahr 2001 lag er bei 33,9 Prozent. Dass die Täter es immer öfter nicht schaffen, in die Wohnung einzusteigen, könnte durchaus auf verbesserten Sicherungsmaßnahmen beruhen, vermutet die Polizei.

Die vollendeten Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl verursachten im Jahr 2016 einen Schaden von rund 390 Millionen Euro. Für die materiellen Schäden kommt oft die Hausratversicherung auf; als schlimmer empfinden viele Opfer den Einbruch in ihre Privatsphäre und die damit verbundene Verunsicherung.

Viele Haus und Wohnungseigentümer machen es den Einbrechern leicht. Wohnungstüren, die nur zugezogen werden, oder gekippte Fenster oder Balkontüren im Erdgeschoss lassen sich nicht selten ohne oder mit einfachem Werkzeug öffnen. Die Arbeitsweise der Täter ist oft die gleiche: In den meisten Fällen hebeln sie Fenster und Türen auf der Öffnungsseite auf.

Sicher ist sicher – das können Sie für den Einbruchschutz tun

Durch zusätzliche Schlösser oder Sicherungen wie Pilzkopfverriegelungen, Querriegelschlösser und Mehrpunktverriegelungen kann Einbrechern nach Meinung von Experten im wahrsten Sinn des Wortes ein Riegel vorgeschoben werden. Viele mechanische Sicherungen lassen sich ohne großen Aufwand nachrüsten. Der Aufwand lohnt. Einen hundertprozentigen Schutz gibt es zwar nicht. Profis können fast jedes Sicherungssystem überwinden. Doch die meisten Einbrecher geben auf, wenn sie  nicht in kürzester Zeit ins Haus oder in die Wohnung gelangen – und suchen sich leichtere Ziele. Aufmerksame Nachbarn sind ein guter Schutz. Und auch gute Beleuchtung und Bewegungsmelder schrecken Einbrecher ab. Mechanische Sicherungen stehlen dem Täter Zeit: Sie verhindern, dass er schnell ins Haus oder in die Wohnung kommt. Einbruchmeldeanlagen schlagen Alarm, wenn jemand versucht, ins Haus einzudringen oder – bei Innenraumüberwachung – wenn er drinnen ist. Der mechanische Einbruchschutz sollte an erster Stelle stehen; ideal ist eine Kombination von mechanischer und elektronischer Sicherung.

Achtung, Wohnungseigentümer: Sie müssen in der Regel ihre Miteigentümer fragen, bevor sie in puncto Sicherheit aktiv werden. Denn Wohnungseingangstüren und Fenster sind Gemeinschaftseigentum. Besteht erhöhte Einbruchsgefahr, müssen ihre Miteigentümer jedoch Maßnahmen wie den Einbau von Fenstergittern, einbruchssicheren Wohneingangstüren oder speziellen Fenster- oder Türgriffen dulden. Die technischen Einzelheiten und die optische Gestaltung sind jedoch mit den Miteigentümern abzustimmen.

Sie als Antragsteller der Maßnahme sollten in einem Beschlussantrag ihr Vorhaben im Einzelnen darstellen. Nur so kann die WEG entscheiden, ob sie das Vorhaben so – oder mit abweichenden Auflagen – erlaubt. Die WEG sollte im Duldungsbeschluss auch regeln, dass Sie als Betroffener die Kosten und Folgekosten zu tragen haben.

WiE-Service für Sie:

  • Mehr Einzelheiten wie Sie bei Modernisierungen vorgehen können und das Muster eines Duldungsbeschlusses finden Sie im WiE-Ratgeber: „Der Modernisierungs-Knigge für Wohnungseigentümer - Spielregeln für den Umgang mit Menschen und Paragrafen bei der Instandhaltung, Modernisierung und Sanierung von Wohnungseigentumsanlagen“. --> Kostenfreier Download als PDF - oder bestellen Sie die gedruckte Fassung hier.
  • Hier finden Sie Beratungsstellen der Polizei in Ihrer Nähe und weitere Informationen.
  • Als Eigentümer können Sie sich auch durch ein interaktives Haus klicken und die Schwachstellen kennenlernen.
  • Infos über Fördermöglichkeiten gibt es hier.
  • Hier können Sie eine Broschüre der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes und der Wirtschaft herunterladen.

 

(Stand: Juni 2017)

 

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WiE rät: Keine Alleingänge beim Einbruchschutz für Fenster und Wohnungseingangstüren