Verwalter Abberufung

Abberufung des Verwalters

 

Die Abberufung des Verwalters kann wie dessen Einsetzung durch Mehrheitsbeschluss der Eigentümerversammlung erfolgen. Weigert sich der Verwalter pflichtwidrig zu einer solchen Versammlung einzuladen, obwohl ein Viertel der Wohnungseigentümer dies verlangt, kann der Vorsitzende des Verwaltungsbeirats oder dessen Stellvertreter eine entsprechende Einberufung vornehmen. Ein Abberufungsbeschluss ist aber auch ohne die Einberufung einer Versammlung wirksam, wenn alle Wohnungseigentümer der Abberufung des Verwalters schriftlich zustimmen.
Oft wird bei der Bestellung und im Verwaltervertrag geregelt, dass die Abberufung des Verwalters nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist. Insbesondere professionelle Verwalter bestehen darauf, dass eine vorzeitige Abberufung vor Ablauf des Bestellungszeitraums nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes möglich ist.  Ein solcher liegt dann vor, wenn den Wohnungseigentümern unter Berücksichtigung aller Umstände eine weitere Zusammenarbeit mit dem Verwalter nicht mehr zugemutet werden kann, weil das erforderliche Vertrauensverhältnis nicht mehr besteht. Diese Situation kann eingetreten sein, wenn folgendes Fehlverhalten des Verwalters vorliegt:

  • Weigerung die Beschlüsse der Eigentümerversammlung durchzuführen
  • Verschweigen einer eigenen Vermittlungsprovisionen beim Abschluss von Versicherungsvertragen für die Wohnungseigentümergemeinschaft
  • Vermischung von Verwaltungsgeld der Gemeinschaft mit dem privatem Vermögen
  • nicht rechtzeitige Erstellung der Jahresabschlussrechnung
  • Jahresabschlussrechnung enthält grobe Fehler bei der Kostenverteilung
  • Verwalter lädt nicht zur Eigentümerversammlung ein
  • Weigerung Einblick in das Sitzungsprotokoll oder andere Unterlagen zu gewähren
  • Verwalter wird zahlungsunfähig und muss Insolvenz anmelden
  • Zusammenarbeit mit dem Verwaltungsbeirat wird grundlos verweigert
  •  grundlose Strafanzeige gegen einen Wohnungseigentümer

Erfahren die Wohnungseigentümer von einem solchen Fehlverhalten, so müssen sie zeitnah innerhalb einer angemessenen Frist über die Abberufung entscheiden. Dann muss schnellstens zur Eigentümerversammlung eingeladen werden.

Die Abberufung sollte nur überlegt erfolgen. Außerdem ist darauf zu achten, dass die Amtslaufzeit und die Vertragslaufzeit stehts gleich lang sind. Andernsfalls kann es passieren, dass die Eigentümergemeinschaft den Verwalter abberufen hat, aber weiter bezahlen muss. Lassen Sie sich vorher von wohnen im eigentum beraten.

Kommt ein Abberufungsbeschluss nicht zustande, obwohl ein wichtiger Grund vorliegt, dann kann jeder Wohnungseigentümer beim zuständigen Amtsgericht die Abberufung des Verwalters gerichtlich verlangen. Bei der Antragstellung sind die gerichtlichen Formalien einzuhalten.

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über die Bestellung, Entlastung, Abberufung und Kündigung des Verwalters

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