Frankfurt: Verwalter soll mehr als 700.000 Euro veruntreut haben

Geld im Aktenkoffer
Foto: Magnific

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat gegen einen Hausverwalter aus dem Hochtaunuskreis Anklage wegen des Verdachts der Untreue in 406 besonders schweren Fällen erhoben. Er soll Gelder von Hausgeld- und Rücklagenkonten veruntreut haben. Immer wieder kommt es zu Veruntreuungsfällen. Wohnen im Eigentum informiert, was WEGs tun können, um sich zu schützen. 

Insgesamt mehr als 700.000 Euro soll der Verwalter nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main zwischen Februar 2021 und Januar 2026 veruntreut haben, indem er Gelder von den Hausgeld- und Rücklagenkonten der von ihm verwalteten WEGs unbefugt auf sein eigenes Privatkonto transferiert hat. 

Für die Abbuchungen soll er in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle frei erfundene Rechnungsnummern verwendet haben, um dadurch den Anschein eines sachlichen Zahlungsgrundes zu erwecken. 

Außerdem soll der Beschuldigte, der seit Anfang März in Untersuchungshaft sitzt, zur Verschleierung systematisch Eigentümerversammlungen und die Offenlegung von Finanzunterlagen vermieden haben. Um die Löcher in den Konten zu „stopfen“, soll er darüber hinaus Gelder zwischen den Konten verschiedener WEGs hin und her geschoben haben.

Immer wieder kommt es vor, dass Verwalter:innen Gelder von WEGs veruntreuen. In der Regel bemerken die Eigentümer:innen den Ernstfall zu spät und reagieren häufig zu langsam, was den Schaden noch vergrößert.

Wohnen im Eigentum empfiehlt zur Prävention Beleg- und Kontenprüfung:


•    Belegprüfung durch den Beirat: Im Rahmen der Belegprüfung der Jahresabrechnung sollten Beiräte besonders darauf achten, dass für jede Abbuchung ein entsprechender Beleg (Rechnung) im Original vorliegt. 


•    Regelmäßige Online-Einsicht in die WEG-Konten: Darüber hinaus ist es sinnvoll, wenn Beiräte regelmäßig online Einsicht in das Bewirtschaftungskonto und das Rücklagenkonto der Wohnungseigentümergemeinschaft nehmen können. WEGs sollten hierfür einen entsprechenden Beschluss fassen.


Mit WiE-Kurzratgeber Warnsignale erkennen


Weitere Tipps zur Prävention und welche Hinweise auf eine Veruntreuung hindeuten können , lesen Sie im WiE-Kurzratgeber „Veruntreuung durch WEG-Verwalter:in? – Warnhinweise erkennen, gezielt handeln, Schäden minimieren“ (für Mitglieder kostenlos). Darin finden Sie auch Hinweise, was man tun kann, wenn eine Veruntreuung vorliegt. Nicht-Mitglieder können den Kurzratgeber im Shop bestellen.


Ist auch Ihre WEG von der Veruntreuung betroffen? Dann nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf unter themen@wohnen-im-eigentum.de