Gebäudemodernisierungsgesetz: Eigentümer:innen brauchen Planungssicherheit statt Zickzackkurs

Moderne Heizung
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Nach monatelangen Verzögerungen wurden in dieser Woche Eckpunkte für das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (vormals Gebäudeenergiegesetz) vorgelegt. Wohnen im Eigentum setzt sich für eine verlässliche Planung und eine stabile Förderkulisse ein. 

Am Abend des 24.02.2026 haben CDU- und SPD-Fraktion erste Eckpunkte zum Gebäudeenergiegesetz vorgestellt. Die umstrittene 65-Prozent-Regel soll wegfallen. Bis mindestens 2029 solle es weiterhin eine Förderung für klimafreundliche Heizungen geben. Bis Ostern soll nun ein konkreter Gesetzentwurf erarbeitet werden. 

Der Verbraucherschutzverband Wohnen im Eigentum (WiE) hatte die Bundesregierung aufgefordert, endlich für verlässliche Rahmenbedingungen, eine langfristig stabile Förderkulisse und volle Transparenz bei Investitions- und Betriebskosten zu sorgen. „Das politische Hin und Her der vergangenen Monate hat das Vertrauen vieler Eigentümer massiv beschädigt. Wer Investitionen in den Gebäudebestand auslösen will, muss Verlässlichkeit bieten – keine Debatten im Wochentakt“, erklärt Dr. Sandra von Möller, Vorständin von Wohnen im Eigentum.

Sanierungsquote auf Tiefstand

Eine umfassende Überarbeitung des alten Gebäudeenergiegesetzes ist laut WiE auch deshalb notwendig, weil die Sanierungsquote zu gering ist: Im Jahr 2025 wurden lediglich 0,67 Prozent der Wohngebäude energetisch modernisiert – so wenige wie seit Jahren nicht, wie der Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle (BuVEG) mitteilt.

Neben gestiegenen Baukosten gelten vor allem die unsicheren politischen Vorgaben als zentraler Hemmschuh. Laut WiE werde die Energiewende im Immobilienbereich nur gelingen, wenn Eigentümer:innen keine Fehlinvestitionen fürchten müssen.

Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und Werterhalt zusammen denken

Für Eigentümer:innen stehen neben dem Klimaschutz zwei Aspekte im Vordergrund: bezahlbare Energiekosten und der Werterhalt ihrer Immobilie. Eine Studie von ImmobilienScout24 im Auftrag des BuVEG zeigt, dass energieeffiziente Wohngebäude einen bis zu 40 Prozent höheren Marktwert erzielen als unsanierte Vergleichsobjekte. „Der Immobilienmarkt sendet klare Signale: Energieeffizienz ist längst ein zentraler Wertfaktor. Wer Klimaschutz will, muss Investitionen in Effizienz auch wirtschaftlich attraktiv gestalten“, so von Möller.

Keine Anschlusszwänge und volle Kostentransparenz

Mit Blick auf die kommunale Wärmeplanung fordert WiE eine klare Abstimmung zwischen Gebäudemodernisierungsgesetz und Fernwärmeausbau. Anschluss- und Benutzungszwänge dürften nicht dazu führen, dass Eigentümer:innen zu wirtschaftlich nachteiligen Lösungen verpflichtet werden. „Ist Fernwärme die wirtschaftlich sinnvollste Option, wird sie sich durchsetzen - ist sie es nicht, darf niemand per Satzung dazu gezwungen werden“, fordert von Möller. Zudem müssten mögliche Betriebskostenrisiken transparent offengelegt werden, um langfristige Kostenfallen zu vermeiden.

Forderung an die Bundesregierung

WiE fordert ein Gesetz, das langfristige Investitionssicherheit gewährleistet, technologieoffen ausgestaltet ist, verlässliche und planbare Förderbedingungen schafft, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz gleichermaßen berücksichtigt und Wohnungseigentümergemeinschaften realistische Umsetzungsfristen einräumt.

„Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz muss Eigentümern einen klaren Kompass an die Hand geben. Politik muss Orientierung statt Verunsicherung bieten, um die Energiewende im Gebäudesektor voranzubringen“, so von Möller.

Wohnen im Eigentum (WiE) ist ein bundesweiter Verbraucherschutzverband mit über 16.000 Mitgliedern und Sitz in Bonn. Der Verband tritt für die Interessen und Rechte von privaten Immobilieneigentümer:innen, insbesondere von Wohnungseigentümer:innen und Wohnungseigentümergemeinschaften ein. WiE fordert mehr Verbraucherschutz und Markttransparenz in der Bau- und Immobilienbranche. Seine Mitglieder unterstützt WiE mit kostenfreien Rechts-, Energie- und Bauberatungen sowie mit umfangreichen Informationsveranstaltungen, Ratgebern und Arbeitsmaterialien. WiE ist parteipolitisch neutral, unabhängig und Mitglied im Verbraucherzentrale Bundesverband. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Verbands unter www.wohnen-im-eigentum.de.