Grunderwerbssteuer

Die Länder bitten zur Kasse

 

Für Bauherrn und Immobilienkäufer in Nordrhein-Westfalen und im Saarland ist der Traum von den eigenen vier Wänden noch teurer geworden. In beiden Ländern stieg die Grunderwerbssteuer ab 2015 auf 6,5 %. Brandenburg zog ab 1.7.2015 nach und nimmt nun ebenfalls 6,5 %. In Schleswig-Holstein wird dieser Steuersatz bereits seit Anfang 2014 6,5 Prozent fällig.

Die Grunderwerbssteuer wird beim Kauf von inländischen Immobilien erhoben. Sie lag bis 2006 einheitlich in ganz Deutschland bei 3,5 Prozent. Seit 1. September 2006 dürfen die Bundesländer die Höhe der Grunderwerbssteuer selbst bestimmen – alle Länder mit Ausnahme von Bayern und Sachsen haben von diesem Recht Gebrauch gemacht. Die Steuer bringt viel Geld in die Landeskassen – in ganz Deutschland waren es 2014 nach Angaben des IW Köln rund neun Milliarden Euro. In NRW soll die Erhöhung der Steuer von 5 auf 6,5 Prozent seit 2015 jährlich zusätzlich rund 400 oder 500 Millionen Euro einbringen und helfen, die Neuverschuldung zu reduzieren.

 

So viel muss gezahlt werden

Wer baut oder kauft, zahlt einen immensen Betrag an Grunderwerbssteuer: Bei einem Einfamilienhaus, das 300.000 Euro kostet, fallen aktuell in NRW, Brandenburg, Schleswig-Holstein und im Saarland 19.500 Euro Grunderwerbssteuer an, für eine 150.000 Euro teure Eigentumswohnung 9.750 Euro. Zum Vergleich: In Bayern und Sachsen zahlen neue Besitzer bei gleichen Immobilienpreisen nur 10.500 bzw. 5.250 Euro. Kaufen Baukunden das Grundstück zuerst und bauen anschließend, müssen sie trotzdem Grundsteuer für den gesamten Preis – also für Grundstückskauf und Hausbau – zahlen, wenn Haus und Grundstück voneinander abhängig sind, beispielsweise beim Kauf vom Bauträger.

 

3 Spar-Tipps zur Grunderwerbsteuer von Wohnen im Eigentum e.V.

  • Erbschaften oder Schenkungen sind grunderwerbsteuerfrei, ebenso der Verkauf unter Verwandten 1. Grads, also zwischen Eltern und Kindern, Großeltern und Enkeln und zwischen Eheleuten.
  • Wenn Sie mit einem Bauträger zusammenarbeiten oder ein fertiges Gebäude erwerben, rechnen Sie im Vertrag bewegliche Komponenten, die ohne weiteres entfernt und wieder eingebaut werden können, aus dem Kaufpreis heraus, z. B. Einbauschränke und -küchen, Sauna, Markise oder Inhalt des Öltanks. Vermeiden Sie allerdings hierbei überzogene Bewertungen. Nur für Teile, die untrennbar mit dem Gebäude verbunden sind, muss Grunderwerbsteuer gezahlt werden.
  • Wer die Immobilie vermietet, hat die Grunderwerbsteuer als Teil der Anschaffungskosten zu aktivieren und kann Sie nur über die Absetzung für Abnutzung (AfA) als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Achtung: Fällt die Grunderwerbsteuer bei einem bebauten Grundstück an, ist die Grundsteuer – wie auch alle anderen Anschaffungsnebenkosten (Notargebühren, Grundbuchkosten) anteilig auf Grund- und Boden aufzuteilen und nur der auf das Gebäude entfallende Teil steuermindernd wirksam.

 

Überblick: Grunderwerbssteuer nach Bundesländern

Bundesland

Grunderwerbssteuer Steuersatz in %

Steuerbetrag bei Immobilie im Wert von 300.000 Euro

Baden-Württemberg

5,0

15.000

Bayern

3,5

10.500

Berlin

6,0

18.000

Brandenburg

6,5 (seit 1.7.2015)

19.500

Bremen

5,0

15.000

Hamburg

4,5

13.500

Hessen

6,0

18.000

Mecklenburg-Vorpommern

5,0

15.000

Niedersachsen

5,0

15.000

Nordrhein-Westfalen

6,5

19.500

Rheinland-Pfalz

5,0

15.000

Saarland

6,5

19.500

Sachsen

3,5

10.500

Sachsen-Anhalt

5,0

15.000

Schleswig-Holstein

6,5

19.500

Thüringen

5,0

15.000

 

(Stand: 1.7.2015)