6.11.2017. Kommt es in Ihrem Sondereigentum zu Schimmelbildung und halten Sie Mängel am Gemeinschaftseigentum – also zum Beispiel eine fehlende oder schadhafte Dämmung - für ursächlich dafür, sollten Sie dies zunächst dem Verwalter anzeigen. Er muss Ihrem Hinweis auf mögliche Mängel am Gemeinschaftseigentum nachgehen. Ist es auch nur möglich, dass die Ursache für den Schimmel im Gemeinschaftseigentum liegt, muss er die WEG darüber informieren und eine (ev. auch eine außerordentliche) Eigentümerversammlung einberufen, damit die Eigentümer über das weitere Vorgehen beschließen. Geht er Ihrem Hinweis nicht nach, macht er sich Ihnen gegenüber schadensersatzpflichtig. Den Regeln ordnungsgemäßer Verwaltung würde es entsprechen, wenn die WEG dann einen Fachmann beauftragt, der die Ursache für den Schimmel klärt – und auch, wie er zu beseitigen ist. Diesen Gutachter hat dann die WEG als Auftraggeber zu bezahlen. Nur, wenn der Sachverständige zu dem eindeutigen Ergebnis kommt, dass die Schadensursache allein in Ihrem Sondereigentum liegt oder Sie den Schaden (z.B. durch fehlerhaftes Heizen und Lüften) selber verursacht haben, müssen Sie Ihrer WEG die Gutachterkosten ersetzen – und auch dass nur, wenn Ihnen zusätzlich schuldhaftes Handeln, also zumindestens Fahrlässigkeit, nachgewiesen werden kann.

Wenn Sie selber jedoch eigenmächtig ein Gutachten in Auftrag geben, beachten Sie, dass Sie als Auftraggeber dann auch selber den Experten bezahlen müssen. Die Kosten dafür können Sie – jedenfalls vom Grundsatz her – erst einmal nicht von Ihrer WEG erstattet bekommen. Nur wenn Sie sich an einen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für Feuchteschäden und Schimmelpilzschäden gewandt haben und dieser zu dem Ergebnis kommt, dass tatsächlich Mängel am Gemeinschaftseigentum ursächlich für den Schimmel in Ihrer Wohnung sind, könnten Sie mit diesem Verlangen ausnahmsweise trotzdem nach den Rechtsgrundsätzen einer "Geschäftsführung ohne Auftrag" erfolgreich sein.

Hat ein Gutachter den nötigen Sanierungsumfang geklärt, muss die WEG über die Instandsetzungsmaßnahmen beschließen und den Verwalter beauftragen, mehrere Vergleichsangebote dafür einzuholen. Für die Beseitigung von Mängeln am Gemeinschaftseigentum muss dann – soweit Regressansprüche nicht in Betracht kommen - die WEG aufkommen.

Einen Folgeschaden an Ihrem Sondereigentum (zum Beispiel neue Tapeten oder Bodenbeläge in Ihrer Wohnung, weil die alten verschimmelt waren) muss die WEG dagegen nur dann bezahlen, wenn ihr ein schuldhaftes Verhalten vorgeworfen werden kann. Das bedeutet: Wenn die WEG sofort nach Ihrer Meldung eines Schimmelbefalls alle nötigen Maßnahmen ergreift, einen Gutachter beauftragt und dessen Empfehlungen zügig umsetzt, so muss die WEG nur für die Beseitigung der Schäden am Gemeinschafteigentum aufkommen, für die Schäden in Ihrem Sondereigentum zahlen allein Sie. Wenn Ihre WEG aber zum Beispiel trotz Ihrer Meldung keinen Gutachter beauftragt oder dessen Ratschläge nicht umsetzt und erst durch solche schuldhaften Verzögerungen Schäden in Ihrem Sondereigentum entstehen, dann muss die WEG Ihnen diese Schäden ersetzen.