30.3.2017. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung wird das Ablesen der Heiz- und Wasserkosten immer teurer. Internen Preislisten zufolge kostet nach Angaben im am 22.3.2017 erschienenen Artikel "Zahlenrätsel" das Ablesen eines Funk-Heizkostenverteilers bei Techem 21 Prozent mehr als noch vor vier Jahren, bei Verdunsterröhrchen stiegen die Preise sogar um 53 Prozent. Ista hat seine Papier- und Portokosten im selben Zeitraum um 41 Prozent angehoben.

Auch die ARD hat Preissteigerungen festgestellt. Mitarbeiter der Sendung "Plusminus" haben Preislisten von Techem aus den Jahren 2012 und 2015 verglichen. Ein Verdunsterröhrchen abzulesen und auszuwerten, verteuerte sich in diesem Zeitraum um 37 Prozent. Beim Funk-Heizkostenverteiler stieg der Preis in zweieinhalb Jahren um 14 Prozent. Beim Warmwasserzähler mit Funk wurden 17 Prozent mehr fällig (den Bericht lesen Sie hier).

Auch das Bundeskartellamt hat den Verdacht, dass bei den Ablesediensten von Heiz- und Wasserkosten der Wettbewerb nicht richtig funktioniert und untersucht die Branche derzeit. Eine solche Untersuchung führt das Amt nur dann durch, wenn besondere Umstände vermuten lassen, dass der Wettbewerb in einem Wirtschaftszweig möglicherweise eingeschränkt oder verfälscht ist. "Der Markt für Ablesedienste ist konzentriert", begründet Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, das Verfahren. "Neben kleinen lokalen Anbietern gibt es nur sehr wenige bundesweit aktive Unternehmen."

Nach Angaben des Bundes der Energieverbraucher wird der Ablesemarkt in Deutschland vor allem von zwei Firmen dominiert: Ista und Techem. Folgende Marktanteile wurden demnach, bezogen auf die Anzahl der verwalteten Messgeräte, für März 2016 geschätzt: Techem komme in Deutschland auf 28 Prozent, Ista auf 26 Prozent, der Verbund Brunata-Metrona auf 16 Prozent, Minol auf 8 und Kalorimeta auf 6 Prozent. Damit haben die fünf größten Firmen 84 Prozent des gesamten Marktes unter sich aufgeteilt.

Heizkostenabrechnungen sind wichtig für Wohnungseigentümergemeinschaften (WEGs) und Vermieter, die in ihrem eigenen Haus eine oder mehrere Wohnungen vermieten. Beiden Gruppen empfiehlt WiE daher:

Vergleichen Sie die Kosten von Ablesediensten, holen Sie mehrere Angebote und auch solche von kleineren, regionalen Anbietern ein. Als Wohnungseigentümer lassen Sie das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Eigentümerversammlung setzen. Per Beschluss können Sie die Verwaltung beauftragen, den bestehenden Vertrag zu prüfen und ggf. zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln. Zu beachten ist auch, dass neue Verträge keine zu lange Laufzeit haben, damit Sie problemloser zu günstigeren Anbietern wechseln können.

Eine Alternative für Hauseigentümer könnte es auch sein, selbst abzulesen. Es gibt Anbieter, bei denen Sie die Messwerte im Internet eingeben und von einer Software daraus die Heizkostenabrechnung erstellen lassen können. Mögliche Anbieter sind: www.eddi24.de und www.heizkosten-online.de (beide ab ca. 20 €). Wer sich gut mit den Vorschriften der Heizkostenverordnung auskennt, kann eine Heizkostenabrechnung schließlich auch selbst erstellen und die Werte zum Beispiel in eine Excel-Tabelle eintragen.