WiE jetzt im Bundesverband der Verbraucherzentralen

11.1.2018. Wohnen im Eigentum e.V. vernetzt sich weiter: Zum Jahreswechsel ist der Verein als Mitglied in den Bundesverband der Verbraucherzentralen vzbv aufgenommen worden. Ende vergangenen Jahres ist WiE zudem der Initiative Wohnungswirtschaft Osteuropa (IWO) e.V. beigetreten.

WiE ist bereits seit 2015 Mitglied der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Parallel dazu gab es in den letzten Jahren auch mit dem Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) bereits Kooperationen, bei denen der vzbv die Positionen von WiE mitgetragen hat:

  • Aktion „Genug geklagt“ zur angemessenen Einbeziehung der Wohneigentümer in das Verbraucherstreitbeilegungsgesetz;
  • Aktion „Konten außer Kontrolle“ im Zusammenhang mit dem Gesetzgebungsverfahren zum Zahlungskontengesetz, bei dem WiE unter anderem für eine Pflicht zur Anlage von WEG-Konten als Eigenkonten mit der WEG als Konteninhaberin eintrat.

Verbraucherzentrale BundesverbandDie Aufnahme als Mitglied im Bundesverband vzbv hat Signalwirkung. „Wir sehen darin sowohl eine Anerkennung der Wohnungseigentümer als schutzbedürftige und verletzliche Verbrauchergruppe als auch eine Anerkennung der Bedeutung der Verbraucherarbeit von WiE und somit seines Status als Verbraucherschutzverband“, so WiE-Geschäftsführerin Gabriele Heinrich. Ebenso profitiert auch der vzbv von der engeren Zusammenarbeit, denn als einziger Verbraucherschutzverband für Wohnungseigentümer/innen in Deutschland ergänzt und erweitert WiE das breite Spektrum der Mitgliedsverbände im vzbv sowohl inhaltlich als auch und in Bezug auf die Zielgruppe der Wohnungseigentümer. Mit seinem vielfältigen Informations-, Bildungs- und Beratungsangebot für Wohnungseigentümer/innen, Verwaltungsbeiräte und Wohnungseigentümergemeinschaften orientiert sich WiE zielgruppenspezifisch am Bedarf und an den Problemen der Wohnungseigentümer/innen als Verbraucher, hat wichtige Verbraucherthemen identifiziert und dazu Beratungsstandards entwickelt. Hier hat WiE – wie kein anderer Verband - viel Fachkompetenz und Expertise zu bieten.

 

Außerdem: WiE und IWO vereinbaren Kooperation durch gegenseitige Mitgliedschaft

Initiative Wohnungswirtschaft OsteuropaKooperationen von Verbänden sind generell wichtig und üblich, um dem jeweils eigenen Verbandsanliegen politisch mehr Gewicht zu geben. Das gilt auch für die Zusammenarbeit mit der Initiative Wohnungswirtschaft Osteuropa IWO. Ihr allgemeines Ziel ist es, das Wohnungs- und Gebäudewesen in Osteuropa, dem Kaukasus und in Zentralasien zu unterstützen, die Wohnverhältnisse dort zu verbessern und insbesondere bei einer marktwirtschaftlichen, nachhaltigen, ökologisch und sozial verträglichen Entwicklung zu helfen. Dafür bringt die IWO private und öffentliche Partner aus Deutschland und vielen anderen Ländern zusammen. Seit Gründung im Jahr 2001 leitet das Team Aktivitäten, die von deutschen oder anderen nationalen Organisationen, von Ministerien, der EU oder internationalen Finanzgebern gefördert werden. Das sind zum Beispiel Aus- und Weiterbildungsprojekte, Pilot- und Beratungsprojekte und Netzwerkmanagement.

Konkret trägt die IWO mit einer Vielzahl an Projekten dazu bei, dass effiziente Verwaltungsstrukturen im Wohnungseigentum in Osteuropa geschaffen und verbreitet werden. Sie will die Wohnungseigentümer/innen, Beiräte und Wohnungseigentümergemeinschaften (WEGs) über ihre Aufgaben, Rechte und Pflichten aufklären und stärken, ihnen Know-how zur Organisation der Verwaltung des Gemeinschaftseigentums vermitteln und somit dazu beitragen, dass gut funktionierende, moderne und nachhaltig wie kosteneffizient wirtschaftende WEGs und WEG-Verwaltungen entstehen. Dafür ist sie an einer Kooperation mit WiE interessiert. Künftig werde WiE als Verbraucherschutzverband die IWO in Bezug auf Verbraucheraufklärung, -informationen und Beratungsangebote beraten und so vermehrt auch die Sicht der Wohnungseigentümer als Verbraucher in die Arbeit der IWO einbringen, kündigt Heinrich an. Die IWO wiederum ist bereit und in der Lage, verbraucherpolitische Positionen von WiE mitzutragen. Außerdem ist sie in Berlin gut vernetzt ins Bundesbauministerium, in die Wohnungsbauverbände und Wohnungswirtschaft. „Hieraus können wichtige wie interessante Synergien entstehen und wir können uns gegenseitig unterstützen – im Sinne der Wohnungseigentümer, sei es der deutschen oder der osteuropäischen.“

Für Wohnungseigentümer in Osteuropa, Zentralasien und dem Kaukasus kann die IWO wichtige Orientierungshilfe leisten, da in vielen dieser Länder die ehemals staatlichen oder kommunalen Wohnungen großflächig privatisiert und an die ehemaligen Mieter verkauft wurden. "In der Ukraine beispielsweise sind 90 Prozent aller Wohnungen Eigentumswohnungen", erklärt Heinrich. Der gesetzliche Rahmen dafür wurde jedoch erst nachträglich geschaffen, zudem fehlen Verwaltungsstrukturen, zumeist verwalten die Eigentümer sich selbst – ohne ausreichend qualifiziert zu sein. Ein großes Problem: Die Wohnanlagen wurden früher oft unzureichend instandgehalten und sind deshalb stark sanierungsbedürftig. Die IWO entwickelt deshalb Grundlagen für Beratungsangebote, wie energetische Sanierungen durchgeführt werden können. So bildet sie zum Beispiel in einigen Ländern im Rahmen von Pilotprojekten Wohngebäudesanierungsmanager aus oder unterstützt nationale Wohnungsreformen.

 „Zur besseren Vernetzung auf Bundesebene, für Kooperationen und gemeinsame Aktionen sowie EU-Projekte ist eine stärkere Zusammenarbeit für beide Verbände von Vorteil“, erklärt Heinrich. Daher haben WiE und IWO eine engere Kooperation durch gegenseitige Mitgliedschaft vereinbart: WiE ist nun Mitglied der IWO, ebenso ist die IWO Mitglied bei WiE geworden.