27.4.2017. Lichtdurchflutete Räume im Penthouse-Stil, ein Fernblick auf den Taunus und die Frankfurter Skyline - Anna Winter kann ihr Glück kaum fassen. Sie hat es nach langer Suche geschafft, eine schöne Eigentumswohnung zu finden. Doch der Kauf der Traumwohnung wird zum Albtraum. Die attraktiven Räume werden nicht wärmer als 18 Grad, der Verwalter kümmert sich nicht um die kaputte Heizung und die Miteigentümer wollen keinen Streit...

Das Buch "Die Leiden der Anna W." dreht sich um die Probleme, die der Kauf einer Eigentumswohnung mit sich bringen kann. Geschrieben hat es eine Betroffene – unter dem Pseudonym Maria San. "Im Kern ist es ein Erfahrungsbericht", erklärte die Verfasserin gegenüber WiE. Wir waren neugierig und haben es für Sie gelesen.

Unser Fazit:

Glücklicherweise sind solche extremen Fälle wie in "Die Leiden der Anna W." doch eher die Ausnahme: Anna Winters Verwalter wird nicht nur beleidigend, sondern sogar handgreiflich – so etwas hat uns noch kein WiE-Mitglied berichtet. Dennoch werden Sie als Wohnungseigentümer/in in der Erzählung das eine oder andere selbst Erlebte wiederfinden. Und wer dieses Buch liest, nimmt auch praktische Hinweise und Ratschläge mit, auf die auch Wohnen im Eigentum e.V. immer wieder hinweist. Zum Beispiel: "Lassen Sie sich vor dem Kauf einer Wohnung alle Versammlungsprotokolle vorlegen und studieren Sie Jahresabrechnungen und Wirtschaftspläne."

Maria San: "Die Leiden der Anna W.", Bod - Books on Demand, ISBN 978-3-74-12-9722-9, kostet 8,99 Euro inkl. MwSt. als Taschenbuch

 

Über die Vor- und Nachteile des Erwerbes einer Eigentumswohnung hat WiE mit der Autorin des Buches „Die Leiden der Anna W.“ gesprochen. Da diese noch in der Wohnung wohnt, um die es sich in dem Buch dreht, möchte sie auch weiterhin anonym bleiben und antwortet deshalb unter ihrem Pseudonym „Maria San“.

WiE: „Welche Vorteile haben Sie sich vom Kauf einer Eigentumswohnung versprochen?“

„Maria San“: „Wie meine Protagonistin Anna Winter glaubte ich an eine zukünftige Wertsteigerung meiner Wohnung und daran, über mehr Rechte und Gestaltungsmöglichkeiten zu verfügen. Weit gefehlt. Wäre ich Mieterin, hätte ich zum Beispiel wegen einer nicht funktionierenden Heizung die Miete kürzen können. Eigentümer dagegen können nicht einfach das Hausgeld einbehalten, da dies Mahnbescheide seitens der Verwaltung nach sich ziehen würde.“

WiE: „Welche wichtigste Erkenntnis haben Sie als Eigentümerin inzwischen gewonnen?“

"Maria San": „Wohnungseigentum bringt nicht automatisch Gestaltungsfreiheit, Mitsprachrecht oder Wertsteigerung mit sich, sondern es gibt eine andere, manchmal unbequeme Seite der Medaille: Engagement! Engagement, sich für die Werterhaltung des Objektes einzusetzen. Was leider bei sehr vielen Wohnungseigentümern zu wünschen übrig lässt.“

WiE: „Würden Sie sich auch mit heutigem Wissen für Wohnungseigentum entscheiden?“

"Maria San": „Nein, aus heutiger Sicht würde ich mich höchstens für den Kauf eines Hauses entscheiden. Als Wohnungseigentümerin muss man sich immer den Mehrheitsverhältnissen beugen. Einfluss zu nehmen, kostet viel Zeit und Kraft, zum Beispiel, wenn es darum geht, andere Eigentümer von nötigen Sanierungsmaßnahmen zu überzeugen. Aber auch, sich das nötige Wissen über Wohnungseigentum anzueignen und seine Rechte dann durchzusetzen ist recht aufwendig. In meinem Fall waren mehrere Gerichtsprozesse erforderlich. Außerdem ist es nicht einfach, eine seriös arbeitende Verwaltung zu finden. Und das ist nicht nur meine Erfahrung: Mehrere Bekannte haben mir ebenfalls von negativen Erfahrungen mit ihrer Verwaltung erzählt, die nur unzureichend das WEG-Recht kennen und umsetzen.“

 


 

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