08.11.2019. Die Adventszeit steht vor der Tür. Bei der Beleuchtung Ihres Balkons müssen Sie einige Punkte beachten, denn der Balkon gehört zwar zur Wohnung, ist aber Gemeinschaftseigentum. WiE empfiehlt: Vorherige Absprachen beugen Konflikten vor. Auch ein Blick in die Gemeinschaftsordnung Ihrer WEG ist ratsam, sie kann Regelungen zur Balkonnutzung enthalten.

Möchten Sie eine oder mehrere Lichterketten zeitweise an „Ihrem“ Balkon anbringen, kann dies als „übliche Benutzung“ des Balkons durchgehen und Sie benötigen hierfür keinen Beschluss der Eigentümergemeinschaft.

Möchten Sie hingegen eine Lichterkette dauerhaft installieren, also nicht nur zur Advents- und Weihnachtszeit, handelt es sich um eine bauliche Veränderung (§ 22 Abs. 1 WEGesetz), der alle betroffenen Wohnungseigentümer per Beschluss zustimmen müssen. Dies gilt auch dann, wenn die Verbindung nur mit Kabelbindern und Tesafilm erfolgt ist, wenn dadurch die Lichterkette dauerhaft mit dem Geländer verbunden werden soll, sagt zumindest das LG Köln (Az.: 29 T 205/06).

Rücksicht auf Miteigentümer nehmen

Bitte beachten Sie: Beim Advents- und Weihnachtsschmuck scheiden sich die Geister. Zu hell oder schrill sollte der Lichtschmuck also nicht sein. Eigentümer haben aufeinander Rücksicht zu nehmen (§§ 13, 14 WEGesetz): Ständige Lichtblitze in Neonfarben? Verstörend. Große Herzen in Pink und Orange? Geschmacklich fraglich. Nackte Weihnachtsmänner? In den Augen vieler einfach zu anstößig.

WiE rät: Bevor Sie Geld in auffälligen Lichterschmuck stecken, sollten Sie die Sache mit Ihren Miteigentümern besprechen. Auch ein Blick in die Gemeinschaftsordnung Ihrer WEG ist zu empfehlen, denn darin können Regelungen zur Balkonnutzung enthalten sein.

Vielleicht gibt es auch eine Hausordnung, die das Aufhängen von Weihnachtsschmuck im und am Gemeinschaftseigentum regelt? Eine solche können die Eigentümer jederzeit beschließen, und das ist zur Streitvorbeugung auch sinnvoll. Gegenüber Mietern sollte die Hausordnung von Anfang an in den Mietvertrag einbezogen werden. Das vermeidet Streit darüber, was saisonal zulässig ist.

Bei der Auswahl der Lichterketten sollten Sie den Stromverbrauch im Blick haben und auf Leuchtioden (LED) setzen. Lichterketten oder -schläuche mit LED-Lampen brauchen im Vergleich zu konventionellen Glüh- oder Halogenlampen nur etwa 1/10 des Stroms und leben rund 100-mal länger, informiert die Verbraucherzentrale.

Nur geprüfte Lichterketten verwenden

Achten Sie auch darauf, nur geprüfte Lichterketten, zum Beispiel mit dem Prüfsiegel GS, einem TÜV-Siegel oder dem VDE-Prüfzeichen, zu verwenden – denn immer wieder wird auch Weihnachtsschmuck angeboten, der Sicherheitsmängel aufweist und nicht den deutschen Standards entspricht. Die Leuchtdekoration muss – wenn sie im Freien angebracht wird – übrigens auch „spritzwassergeschützt“ sein (gekennzeichnet mit den Kürzeln IP44, IP54 oder IP64 oder mit einem Symbol (Tropfen im Dreieck), damit es zu keinem Kurzschluss wegen Regens kommt.

Die rechtliche Einordnung aller möglichen Baumaßnahmen in Wohnungseigentumsanlagen klärt WiE in dem praktischen Wegweiser "Wie viele müssen zustimmen? Das Baumaßnahmen-ABC für Wohnungseigentümer und WEGs"