Wohnen im Eigentum e.V. gibt Tipps zum Energiesparen und für mehr Wohnkomfort im Sommer

27.6.2017. Bei Wohngebäuden gewinnt der Wärmeschutz im Sommer aufgrund steigender Komfortansprüche und häufigerer Hitzeperioden immer mehr an Bedeutung. Zudem kann der richtige Sonnenschutz Ventilatoren und Klimanlagen arbeitslos machen und erheblich zum Energiesparen beitragen. Darauf weist der Verbraucherschutzverband Wohnen im Eigentum e.V. (WiE) hin. Wichtig ist, dass Eigenheim- und Wohnungsbesitzer dabei auf wirkungsvolle Maßnahmen setzen: Mit Innenjalousien und Gardinen einfach nur die Sonne auszusperren, bringt nicht den gewünschten Effekt. Für den eigentlichen, sommerlichen Wärmeschutz sorgen Außenjalousien oder Markisen.

Wärmefallen vermeiden

„Hängen Sie ein Rollo innen vors Fenster, wirkt das wie eine Wärmefalle“, erklärt WiE-Architektin Birgit Thielmann, „Das liegt an der Physik: Ca. 50 % der Sonnenstrahlen sind kurzwellig und gelangen fast ungehindert durch Glasscheiben. Dort werden sie von Gegenständen absorbiert, zum Beispiel vom Rollo, und in Wärmestrahlen umgewandelt. Die aber sind langwellig, können das Fensterglas nicht mehr durchdringen und bleiben somit als Wärme im Raum.“ Besonders bei älteren Fenstern mit schlechten Wärmeschutzwerten heizt sich der Raum also trotz eines Innenrollos auf.

Außen angebracht wirken Rollläden oder Markisen hingegen als Hitzeschilde. Gerade Dachfenster, die wegen ihrer Schräge besonders viel Sonne einfangen, sollten somit von außen beschattet werden. Der beschriebene Effekt einer Wärmefalle tritt auch bei Terrassenüberdachungen auf. Wenn die Markise unterhalb des Glasdaches montiert ist, heizt sich die Luft unter dem Dach stärker auf. Hier eine Lösung mit Markise über dem Glasdach zu finden, sorgt für ein angenehmeres Klima mit geringerem Hitzestau auf der Terrasse im Sommer.

Sonnenschutzgläser (mit reflektierender Beschichtung auf der Innenseite des Außenglases) haben den Nachteil, dass damit die „kostenlose“, erneuerbare Energie der Sonne in den Jahreszeiten ungenutzt bleibt, in denen sie nicht als störend empfunden wird und damit durchaus zur Raumerwärmung herangezogen werden kann. Nicht ohne Grund ist daher die Empfehlung, mind. 60 % des Fensterflächenanteils im Süd- und Westbereich eines Hauses zu planen.

Energieeinsparverordnung beachten

Wer gerade erst einen Neubau plant, muss gemäß der verschärften Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014 und der DIN 4108  nachweisen, dass ein ausreichender sommerlicher Wärmeschutz besteht. Das gilt auch für die energetische Sanierung im Bestand, sofern ein Anbau/Ausbau mit einer Nutzfläche > 50 m² geplant wird. Dieser Nachweis entfällt jedoch im Ein- oder Zweifamilienhaus, wenn es Rolläden oder gleichwertige Sonnenschutzanlagen vor den Fenstern gibt. Thielmann: „Das Marktangebot an Sonnenschutzprodukten für Häuser und Wohnungen ist unüberschaubar. Wer eine größere Investition plant, sollte sich unbedingt von seinem Architekten oder von einem qualifizierten Fachbetrieb beraten lassen und nicht einfach nur das Billigste im Baumarkt zum Selbsteinbau kaufen.“