Dienstleister oder Geschäftsführer? Vereinfachung der WEG-Verwaltung muss ohne Stärkung der Verwalter/innen möglich sein!

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In der Diskussion um die geplante Reform des Wohnungseigentumsgesetzes erwarten Verwalterverbände sowie einige Rechtsexperten eine Stärkung der Verwalter, teilweise sogar eine Erweiterung der Kompetenzen der Verwalter in Richtung von Geschäftsführern. Was gefordert wird, welche Konsequenzen diese Vorstellungen für die rechtliche Stellung der Wohnungseigentümer haben würde und wie die Stellung der Verwalter dadurch verändert würde, wird in diesem Positionspapier diskutiert und ausgelotet. Darüber hinaus stellt Wohnen im Eigentum (WiE) seine Reformvorstellungen für eine Modernisierung der Verwaltung vor.

Lesen Sie hier das neue WIE-Positionspapier zur Verwalterstellung:

"Dienstleister oder Geschäftsführer? Vereinfachung der WEG-Verwaltung muss ohne Stärkung der Verwalter/innen möglich sein!" (PDF)

 

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Mit dem Positionspapier zur Verwalterstellung konkretisiert WiE seine Vorschläge aus der Stellungnahme zur WEGesetz-Reform. WiE hatte auch darin bereits mehr Effizienz bei der Verwaltung von Gemeinschaftseigentum gefordert durch folgende Änderungen im WEGesetz:

  • Verwaltungsunterlagen sind digital zur Verfügung zu stellen (bisher: keine Regelung).
    -> siehe Punkt III.8. der WiE-Stellungnahme ab Seite 41

 

  • Pflicht zur Ansammlung einer Instandhaltungsrückstellung mit konkreten Vorgaben zur Höhe, zur Zweckbindung und zur Trennung vom laufenden Geschäftsbetrieb (separates Bankkonto)
    -> siehe Punkt III.7. der WiE-Stellungnahme ab Seite 39

 

  • Verwaltungen sollen Prozesskosten auferlegt werden können, soweit die Tätigkeit des Gerichts (Ursache des Gerichtsstreites) durch sie veranlasst wurde
    -> siehe Punkt III.18. der WiE-Stellungnahme ab Seite 56

 

  • Verhinderung von Machtmissbrauch bei der Verwalterbestellung durch Mehrheitseigentümer, indem ein gerichtlich bestellter Verwalter nicht direkt wieder vom Mehrheitseigentümer abberufen werden kann (Erweiterung des Vorschlags des Bayerischen Justizministeriums; bisher: keine Regelung)
    -> siehe Punkt I.5. der WiE-Stellungnahme ab Seite 17

 

  • Listung von (weiteren) wichtigen Gründen für die Abberufung von Verwaltungen (bisher nur bei Nichtführung der Beschluss-Sammlung) bei
    • bei nicht ordnungsgemäßer Führung der Beschlusssammlung,
    • bei Führung von WEG-Konten als Treuhandkonten oder Geschäftskonten mit dem Verwalter als Kontoinhaber,
    • bei schuldhaft nicht, nicht rechtzeitig oder fehlerhaft erstellter Jahresabrechnung,
    • bei Nichtkorrektur einer gerichtlich aufgehobenen Jahresabrechnung innerhalb von 2 Monaten,
    • wenn die geforderte Einsicht in Unterlagen Eigentümern verweigert wird oder sie behindert wird,
    • wenn die aktuelle Eigentümerliste einem Eigentümer auf dessen Anforderung nicht herausgegeben wird.
      -> siehe Punkt III. 13. der WiE-Stellungnahme ab Seite 47

 

  • Stärkung der Position des Verwaltungsbeirates als Kontrollorgan für die Tätigkeit der Verwaltung und Konkretisierung seiner Aufgaben (bisher: unbestimmte, zu wenige Vorgaben

-> siehe Punkt I.7. der WiE-Stellungnahme Seite 19