10-jähriges Jubiläum

 "Wir Wohnungseigentümer" - Jubiläum mit Tagung 2013

 

Die Zahl der Eigentumswohnungen steigt und damit die Bedeutung des Verbraucherschutzes für Wohnungseigentümer. Das erfordert grundlegende gesetzliche Änderungen. Diese Erkenntnis erreicht langsam auch die Politik. Das waren die wichtigsten Ergebnisse der Bonner TagungWir WohnungseigentümerWer wir sind und was wir wollen“. Hier können Sie die Vorträge nachlesen.

Mit dieser Fachtagung feierte der Verbraucherschutzverein wohnen im eigentum e. V. am 15. Juni 2013 gemeinsam mit rund 200 Teilnehmenden sein zehnjähriges Bestehen. Ulrich Gerlach, Gründungsmitglied und stellvertretender Vorstandsvorsitzender, begrüsste die Anwesenden und eröffnete die Tagung. Frau Prof. Dr. Ursula Lehr, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V., sprach für die BAGSO ein Grußwort.

Auf "10 Jahre wohnen im eigentum - die Stimme für die Wohnungseigentümer" blickte Friedrich Stark, stv. Vorstandsvorsitzender zurück und formulierte auch gleich eine Vision für die kommenden 10 Jahre.

Es gibt rund zehn Millionen Eigentums- wohnungen. Das sind drei Millionen mehr als bisher vermutet und ein Viertel aller Wohnungen – diese Erkenntnis aus dem Zensus von 2011 legte Frau Dr. Krings-Heckemeier und Herr Prof. Dr. SchmiederDr. Marie- Therese Krings-Heckemeier, Vor- standsvorsitzende der empirica ag Forschung und Beratung, in ihrem Referat dar.

Prof. Dr. Jürgen Schmidt-Räntsch, Richter Prof. Dr. Schmidt-Räntscham Bundesgerichtshof, zeigte anschaulich, dass hinter den Urteilen des Gerichts Überlegungen stehen, die auch der juristische Laie nachvollziehen kann. Deutlich wurde aber auch, dass vor dem Recht eine Chance nur der Eigentümer hat, der sich aktiv um seine Eigentumswohnung und seine Rechte kümmert.

Herr KnebelGenau daran fehlt es aber häufig. Erwin Knebel, seit 20 Jahren Vorsitzender des Verwaltungsrats der Verbraucherzentrale Nordrhein- Westfalen: „Einen Staubsauger kauft der Verbraucher nicht ohne Lektüre mehrer Tests, bei einer Immobilie macht er sich eine vergleichbare Mühe nicht.“ Deshalb wäre Verbraucherschutz so wichtig und damit die Arbeit von wohnen im eigentum.

Wie groß diese Aufgabe ist, mit welchen strukturellen ProblemenFrau Heinrich und Frau Dr. Krings-Heckemeier Wohnungs- eigentümer zu kämpfen haben und wie wenig ihnen die aktuellen gesetzlichen Regelungen dabei helfen, stell- te Gabriele Heinrich, Geschäftsführen- des Vorstandsmitglied von wohnen im eigentum, in ihrem Referat dar.

Diese Erkenntnis setzt sich langsam auch in der Politik durch – ein Erfolg der Arbeit von wohnen im eigentum. Das zeigte die abschließende Podiumsdiskussion, sie brachte damit die angesichts der fast gigantischen Aufgaben notwendige Ermutigung.

Die Podiumsgäste - Elisabeth Winkelmeier-Becker, MdB im Rechtsausschuss für die CDU/CSU-Bundestagsfraktion aus dem Wahlkreis Rhein-Sieg I, Michael Groß, MdB, baupolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion aus dem Wahlkreis Recklinghausen II, und Dr. Leif Böttcher aus dem für Wohnungseigentumsrecht zuständigen Referat Grundbuch- und Sachenrecht im Bundesjustizministerium – waren sich bei allen Differenzen im Detail darin einig, dass das Wohnungseigentumsrecht an die tatsächliche Situation und Probleme der Eigentümer angepasst werden muss. Leif Böttcher wurde sogar konkreter und teilte mit, dass sein Ministerium in einem Bereich z.Zt.aktiv sei - nämlich ein Gutachten über die Harmonisierung von Mietrecht und Wohnungseigentumsrecht erarbeite – wichtig für vermietende Wohnungseigentümer.

Auf die Frage, was wohnen im eigentum tun könne, um diese Entwicklung voranzubringen, empfahl Michael Groß: „Weiter nerven.“


Hier die Vorträge.