Energieeinsparverordnung (EnEV): Regeln für das energiesparende Bauen

 

Seit dem 1. Mai 2014 gilt die aktuelle Auflage der Energieeinsparverordnung (EnEV). Sie ist ein Zwischenschritt auf dem Weg zur Erreichung der EU-Vorgaben, nach denen ab 2021 nur noch Niedrigst-Energie-Häuser gebaut werden sollen. Ziel der Bunderegierung ist darüber hinaus ein weitgehend klimaneutraler Gebäudebestand bis 2050. Die wichtigsten Regeln hat Wohnen im Eigentum zusammengefasst:
 

Neubauten

Für Neubauten stiegen die Anforderungen an die Dämmung um durchschnittlich 20 Prozent, an die Energieeffizienz um durchschnittlich 25 Prozent, und zwar ab 1. Januar 2016. Dafür kommt es auf das Datum der Einreichung des Bauantrags beziehungsweise der Bauanzeige an.
 

Bestandsbauten

Die Regeln für bestehende Gebäude bleiben unverändert, auch bei Sanierung: Bei größeren Umbau-, Sanierungs- oder Modernisierungsmaßnahmen müssen die einschlägigen EnEV-Regeln beachtet werden. Das gilt, wenn mehr als zehn Prozent der jeweiligen Bauteilfläche des Gebäudes – also bei Sanierung der Fassade mehr als zehn Prozent der gesamten Außenwandfläche – saniert werden. Wer eine zusammenhängende Nutzfläche von mehr als 50 m² ausbaut, beispielsweise beim Ausbau des Dachs, muss nachweisen, dass der neue Gebäudeteil den Neubau-Standard erfüllt.

Eine Änderung betrifft oberste ungedämmte Geschossdecken unterhalb unbeheizter Dachräume. Diese – oder alternativ das darüber liegende Dach – müssen seit 2012 gedämmt sein, doch hier gibt es zahlreiche Ausnahmeregelungen. Die erste Sonderregelung bzw. Ausnahme besagt, dass die zugänglichen Decken beheizter Räume zum unbeheitzten Dachraum nur gedämmt werden müssen, wenn sie "nicht die Anforderungen an den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2:2013-02 erfüllen". Die zweite Sonderregelung besagt, dass auch diese Dämmverpflichtung entfällt, wenn das darüberliegende Dach diesen o.g. Anforderungen genügt. Auch für Besitzer, die vor 2002 in ihr Ein- oder Zweifamilienhaus gezogen sind, gelten Ausnahmen.

 

Heizkessel

Heizkessel für Öl oder Gas, die vor dem 1. Januar 1985 eingebaut wurden, dürfen nicht mehr genutzt werden. Was später eingebaut wurde, muss spätestens nach 30 Jahren aus dem Verkehr gezogen werden. Nach Angaben der Bundesregierung werden allerdings Heizkessel in der Praxis im Durchschnitt ohnehin nach 24 Jahren ersetzt.

Das Gesagte gilt nicht für Niedrigtemperaturkessel und Brennwertkessel sowie Anlagen mit weniger als vier oder mehr als 400 Kilowatt Nennleistung. Wer am 1. Februar 2002 selbst in seinem Ein- oder Zweifamilienhaus gewohnt hat, muss den Heizkessel nicht erneuern, auch nicht, wenn er später ausgezogen ist. Diese Pflicht trifft erst einen neuen Eigentümer, egal ob er durch Kauf, Erbschaft, Schenkung oder Versteigerung Besitzer der Immobilie wurde – ein wichtiger Punkt für die Preiskalkulation. Der neue Besitzer muss den Heizkessel innerhalb von zwei Jahren ersetzen.
 

Energieausweis für Wohngebäude

Energieausweise, die seit 1. Mai 2014 ausgestellt werden, nennen für das Gebäude eine Energieeffiezienzklasse von A+ bis H – ähnlich wie bei Kühlschränken oder anderen Haushaltsgeräten. Der Verkäufer muss den Energieausweis jedem Kauf- und Mietinteressenten spätestens bei der Besichtigung des Objekts zugänglich machen und Käufern oder Mietern bei Vertragschluss im Original oder als Kopie übergeben. Auf Verstöße steht Bußgeld bis 15.000 Euro.

Wer noch immer keinen Energieausweis hat, muss ihn vor Verkauf oder Neuvermietung anfertigen lassen. In Wohnungseigentumsanlagen hat der einzelne vermietende Eigentümer bei Verkauf oder Vermietung einen Anspruch gegen die Eigentümergemeinschaft auf rechtzeitige Erstellung des Ausweises. Für neu ausgestellte Energieausweise sind künftig behördliche Stichprobenkontrollen vorgeschrieben.
 

Immobilienanzeigen

Bestimmte Angaben aus dem Energieausweis sind in Immobilienanzeigen mitzuteilen. Für Verstöße dagegen kann seit Mai 2015 ein Bußgeld bis 15.000 Euro fällig werden. Verantwortlich ist der Eigentümer, auch wenn er einen Makler einschaltet.

Im Einzelnen sind in der Regel folgende Angaben zu machen:

  • Art des Energieausweises, also: Energiebedarfsausweis oder Energieverbrauchsausweis,
  • Endenergiebedarf oder Endenergieverbrauch für das Gebäude,
  • wesentliche Energieträger für die Gebäudeheizung,
  • Baujahr,
  • Energieeffiezienzklasse, die die neuen Ausweise nennen.