Achtung, neues WEGesetz seit 01.12.2020! Aktuell aktualisiert WiE alle Inhalte, wir bitten um Geduld! Soweit nicht anders vermerkt, beziehen sich alle Infos hier noch auf die Rechtslage vor der Reform!

Das „Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung Erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden“ (Gebäudeenergiegesetz, GEG) ist seit 01.11.2020 in Kraft. Es führt das Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) in einem Regelwerk zusammen – die genannten Gesetze sind zum 01.11.2020 außer Kraft getreten. Wohnen im Eigentum stellt Ihnen im Folgenden die wichtigsten Regelungen vor.

 

Energiestandards weiterhin gültig

An den aktuell geltenden energetischen Anforderungen (Energiestandards) für Neubauten, die bisher in der sogenannten Energieeinsparverordnung (EnEV) festgeschrieben waren, ändert sich nichts. Allerdings sollen die Energiestandards 2023 wieder überprüft werden – dann kann es zu einer Verschärfung kommen.

Verpflichtendes Beratungsgespräch zum Energieausweis

bei Kauf eines Ein- oder Zweifamilienhauses

Die neue Regelung betrifft den Verkauf und Kauf von Ein- und Zweifamilienhäusern. Sobald der Kaufvertrag abgeschlossen ist, muss Verkäufer bzw. Makler den Energieausweis des Gebäudes (oder eine Kopie hiervon) übergeben. Dann sind Sie als Käufer/in verpflichtet, ein „informatorisches Beratungsgespräch zum Energieausweis“ zu führen, „wenn ein solches Beratungsgespräch als einzelne Leistung unentgeltlich angeboten wird“ (§ 80 Abs. 4 GEG). In dem Gespräch sollen Sie über grundlegende Inhalte des Energieausweises aufgeklärt werden, insbesondere über kostengünstige Modernisierungsmöglichkeiten. Nähere Informationen hierzu finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

bei energetischer Sanierung

Auch wenn Sie Ihr bestehendes Ein- oder Zweifamilienhaus energetisch sanieren möchten, müssen Sie vor der Auftragsvergabe der Planungsleistungen ein informatorisches Beratungsgespräch mit einer Person führen, die zur Ausstellung von Energieausweisen berechtigt ist (siehe Informationen unten), wenn dieses als einzelne Leistung unentgeltlich angeboten wird (§ 48 GEG). Die Voraussetzungen, bei welchen Sanierungen die Pflicht greift, sind im GEG festgelegt (u.a. § 48, § 50 GEG).

Auch wer Arbeiten an Ihrem Gebäude durchführen möchte, zum Beispiel ein Handwerker, muss Sie als Eigentümer/in bei der Abgabe des Angebots auf die Pflicht zum Energieberatungsgespräch hinweisen (§ 48 GEG).

Änderungen beim Energieausweis

Änderungen gibt es bei den Regelungen zum Energieausweis (§ 79 ff. GEG). Die Pflicht, diesen bei Vermietung und Verkauf von Gebäuden vorzulegen, wird nun auf Immobilienmakler erweitert. Das bedeutet: Nicht mehr nur Verkäufer und Vermieter müssen diesen vorlegen, sondern auch Makler, die mit dem Verkauf, der Vermietung oder Verpachtung einer Immobilie beauftragt sind. Ausstellungsberechtigt sind ausschließlich Personen nach § 88 GEG. Was die Inhalte des Energieausweises angeht: Nun müssen auch die C02-Emmissionen des Gebäudes angegeben werden. Bisher war die Angabe freiwillig.

Bitte beachten Sie: Die Energieberatung dürfen nur Personen anbieten, die zur Ausstellung von Energieausweisen berechtigt sind (nach § 88 GEG). Diese finden Sie unter https://energie-effizienz-experten.de. Eine persönliche, kostenfreie Energieberatung bieten zum Beispiel die Verbraucherzentralen in ihren Beratungsstützpunkten an. Informieren Sie sich zunächst, ob das Beratungsgespräch wirklich unentgeltlich angeboten wird, damit Ihnen keine Kosten entstehen.

Solarförderung läuft weiter

Der bestehende 52-Gigawatt-Förderungsdeckel bei Solaranlagen wird gestrichen. Kleinere und mittlere Anlagen bis 750 Kilowatt Peak können damit weiterhin von einer Förderung profitieren.

Verbot reiner Ölheizungen

Beim Austausch der Heizung dürfen reine Ölheizungen ab 2026 nicht mehr eingebaut werden, allerdings gibt es Ausnahmen. So sollen zum Beispiel Hybridheizungen, etwa aus Ölheizung und Solarthermie, weiterhin erlaubt sein. Außerdem sind Ölheizungen weiterhin erlaubt, wenn weder ein Gas- noch ein Fernwärmeanschluss hergestellt werden kann. Lesen Sie auch die Informationen über die Fördermöglichkeiten beim Heizungsaustausch.

Heizkessel für Öl oder Gas, die vor dem 1.1.1991 eingebaut oder aufgestellt worden sind, dürfen nicht mehr betrieben werden. Bei Einbau oder Aufstellung nach dem 1.1.1991 darf nach Ablauf von 30 Jahren nicht mehr betrieben werden (§72 GEG).

Bitte beachten Sie: Nach §5 GEG gilt, dass sämtliche Anforderungen und Pflichten, die sich aus dem GEG ergeben, wirtschaftlich vertretbar sein müssen, d.h. die erforderlichen Aufwendungen müssen innerhalb der noch zu erwartenden Nutzungsdauer durch die eintretetenden Einsparungen erwirtschaften werden können: "Bei bestehenden Gebäuden [...] ist die noch zu erwartende Nutzungsdauer zu berücksichtigen", heißt es im Gesetz.

 

Das Gebäudeenergiegesetz (Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt (GEG)