Treuhandkonto?

Treuhandkonten sind wie Autofahrten ohne Sicherheitsgurt und Airbag

 

Die Aktion und das Ergebnis

So lautete der Aufruf an WEGs im November 2012 (Aktion im April 2013 beendet):

 

Machen Sie mit beim Sicherheitscheck für Ihre WEG-Konten! Schicken Sie uns Kontokopien -

Machen Sie mit bei der Aktion von wohnen im eigentum! Prüfen Sie, ob die WEG als Inhaberin ihrer Konten eingetragen ist oder ob die Konten als „Treuhandkonto“ unter dem Namen des Verwalters als Inhaber laufen. Nehmen Sie Einsicht in die Kontoauszüge, Kontoeröffnungsanträge bzw. Kontoverträge Ihrer Verwaltung und lassen Sie sich Kopien der Kontoeröffnungsanträge geben, wenn Ihr Verwalter noch Treuhandkonten führt. Hilfestellung bietet wohnen im eigentum mit Muster-Briefen und Orientierungshilfen für das weitere Vorgehen.

Schicken Sie uns die Kopien von Kontoeröffnungsanträgen über Treuhandkonten für unsere Lobbyarbeit!

 

Warum diese Aktion?

Fährt noch jemand ein neues Auto ohne Sicherheitsgurt und Airbag? Natürlich nicht. Sicherheit geht vor. Bei WEGs anscheinend nicht. Denn immer noch haben viele WEGs ihre Gelder auf nicht pfändungs- und insolvenzsicheren Treuhandkonten liegen, obwohl es spätestens seit 2007 für Banken kein Problem mehr ist, offene Fremdgeldkonten einzurichten.

„Uns erstaunt immer wieder, dass WEGs ihre Hausgelder und Rücklagen noch auf Treuhandkonten führen, dass Verwalter von sich nicht aktiv werden zur Umstellung der Konten und dass die Banken Wohnungseigentümer nicht über eine sichere Kontoführung aufklären.“ erklärt Gabriele Heinrich, Geschäftsführerin von wohnen im eigentum. „Jetzt wollen wir es genauer wissen und die Wohnungseigentümer dafür sensibilisieren.“

Treuhandkonten sind nicht ausreichend gesichert. Zwar muss der Vewalter nach dem Geldwäschegesetz und der Abgabenverordnung inzwischen den wirtschaftlich Berechtigten gegenüber der Bank nennen, so dass die Bank daraus entnehmen kann, wem das Geld gehört. Trotzdem bleibt der Verwalter Kontoinhaber. Das bedeutet:

  • im Falle einer Insolvenz des Verwalters fällt das Kontengeld erst einmal in die Insolvenzmasse des Schuldners; die Gemeinschaft muss erst ihre Rechte an dem Konto geltend machen.

  • Hat der Verwalter Schulden, können seine Gläubiger (ggf. auch die Bank) in diese Konten pfänden. Geben die Gläubiger das Geld nicht frei, muss die WEG dann mit einer Drittwiderspruchsklage die Freigabe gerichtlich erwirken; das kostet, wie jedes Gerichtsverfahren, Zeit, Nerven und Geld.

  • Verstirbt, verschwindet oder reagiert der Verwalter nicht mehr, muss die Freigabe der Konten mit zum Teil hohem Kosten- und Zeitaufwand per Gerichtsverfahren erwirkt werden.

  • Bei jedem Verwalterwechsel müssen alle Konten gewechselt werden.

  • Treuhandkonten sind schwerer zu kontrolllieren, verlocken sicher eher zum illegalen Zugriff auf das WEG-Geld, also zur Veruntreuung.

 

Für mehr Sicherheit in der WEG-Geldanlage: Fremdgeldkonto muss sein!

Dagegen bieten offene Fremdgeldkonten mehr Sicherheit! Sie erleichtern Wohnungseigentümern und Verwaltungsbeiräten die Kontrolle über den Umgang des Verwalters mit ihrem Geld. Denn der Kontoinhaber ist in diesem Fall die WEG. Auch das Risiko der Veruntreuung wird so verringert!

Fremdgeldkonten sind pfändungs- und insolvenzsicher. Warum also weniger Sicherheit in der Geldanlage verlangen als möglich ist. Warum nur die Bremsen überprüfen und keinen Airbag einbauen lassen? Schauen Sie Ihrem Verwalter auf die Finger! Verlangen Sie mehr Kundensicherheit vom Verwalter und von den Banken, indem sie offene Fremdgeldkonten einrichten lassen.

 

So sichern Sie Ihr Geld - weitere Maßnahmen zur Absicherung

Allein die Kontoumstellung reicht nicht aus, regelmässig sollten auch die Kontobewegungen geprüft werden. Dazu kann die WEG beschließen, dass

  • die Kontoauszüge von der Bank zweifach zugesendet werden - an den Verwalter und parallel direkt an den Verwaltungsbeirat. Wichtig ist, dass die Beiräte die Original-Kontoauszüge erhalten.
  • die Verwaltungsbeiräte eine jederzeitige Online-Einsichtnahme in das laufende Bewirtschaftungskonto und in die Rücklagenkonten erhalten.
  • gegebenenfalls mit dem Verwalter eine Verfügungsbeschränkung für Abbuchungen vom Rücklagenkonto vereinbart wird. Dann kann der Verwalter Beträge ab einer Höhe von .... Euro (der Betrag ist abhängig von der WEG-Größe) nur durch Gegenzeichnung also Zustimmung eines Beratsmitglieds oder eines Wohnungseigentümers abheben. Eine solche Verfügungsbeschränkung muss in der Eigentümerversammlung mit Mehrheit beschlossen oder im Verwaltervertrag vereinbart werden. (siehe Muster-Verwaltervertrag von wohnen im eigentum).
  • Abbuchungen vom Rücklagenkonto nur auf das Bewirtschaftungskonto erfolgen können. (Beim Online-Banking können Überweisungen von Festgeldkonten nur auf das Referenzkonto getätigt werden).
  • eine Vertrauensperson (Wohnungseigentümer/in) benannt wird, die bei der Bank jederzeit Auskunft und Informationen über die Kontensituation der WEG erhält.
  • Verwaltungsberäte sich zur Prüfung der Jahresabrechnung schulen lassen. wohnen im eigentum bietet Vorträge und Kurse an.

 

Wie vorgehen:

  1. Verwalter anschreiben → Siehe Muster-Brief „Akteneinsicht_Kontovertrag“

  2. Informieren Sie Ihren Verwaltungsbeirat über die Aktion oder – falls Sie selbst Verwaltungsbeirat sind – die anderen Verwaltungsbeiräte

  3. Prüfen, ob Treuhandkonto oder Fremdgeldkonto (Hilfestellung siehe unten)

  4. Wenn Treuhandkonto oder wenn Sie unsicher sind: Zusendung der Kopie des Kontoeröffnungsantrags bzw. Kontenvertrags mit den AGBs der Bank an wohnen im eigentum

  5. Sie erhalten von wohnen im eigentum eine Bestätigung per eMail, wenn es sich um ein Treuhandkonto handelt

  6. Sie erhalten auf dieser Website eine Orientierungshilfe, wie Sie vorgehen müssen, um eine Umstellung der Konten zu erwirken

  7. Mitglieder erhalten – auf dieser Website - Argumentationshilfen für die Eigentümerversammlung

  8. Mitglieder erhalten – auf dieser Website - Muster-Briefe an den Verwalter, zur Umstellung der Konten

  9. wohnen im eigentum wird zum Abschluss der Aktion das Ergebnis seiner Aufrufe veröffentlichen

 

Häufig gestellte Fragen zu dieser Aktion:

  • Wie erfahre ich, was wir für ein Konto haben?
    Sie schreiben Ihren Verwalter an und bitten um Akteneinsicht oder Zusendung einer Kopie des Kontoeröffnungsantrag bzw. Kontovertrags (Auf die Zusendung von Verwaltungsunterlagen besteht kein Rechtsanspruch). Einen Muster-Brief finden Sie hier. Ebenso ein Anschreiben an den Verwaltungsbeirat, um ihn über diese Aktion und um Unterstützung zu erbitten.

  • Was ist, wenn der Verwalter mir keine Auskunft erteilt?
    Der Verwalter ist dazu verpflichtet. Als Miteigentümer/in haben Sie ein Anrecht auf Akteneinsicht in alle Unterlagen. Einen Datenschutz gibt es hier nicht. Ein Erinnerungs- und Mahnschreiben finden Sie hier.

  • Wie erkenne ich ein Treuhandkonto?
    Die Konten werden evtl. von Bank zu Bank oder Sparkasse zu Sparkasse anders bezeichnet.

Ein Treuhandkonto für eine WEG erkennen Sie daran:

Kontoinhaber ist der „Verwalter XYZ GmbH, Bergstraße 5 in 12345 Altstadt“   Wirtschaftlich Berechtigte (oder Treugeber) ist die WEG Talstraße 2 in 12345 Neustadt“ .

Ein Offenes Fremdgeldkonto erkennen Sie so:

Kontoinhaber ist die  Wohnungseigentümergemeinschaft Talstraße 2 in 12345 Neustadt und der

Wirtschaftlich Bevollmächtigte ist der „Verwalter XYZ GmbH, Bergstraße 5 in 12345 Altstadt“

 

  • Was ist, wenn ich aus den Unterlagen nicht erkenne, um was für ein Konto es sich handelt? Dann schicken Sie eine Kopie des Kontoeinrichtungsantrages an wohnen im eigentum. Wir prüfen die Kontoart und teilen Sie ihnen mit. Bitte unbedingt beachten: Verbinden Sie diese Anfrage bitte nicht mit Beratungsanfragen rund um das Konto oder ihre WEG. Diese können wir im Rahmen dieser Aktion nicht beantworten. Mitgliedern steht dafür die kostenlose telefonische Rechtsberatung zur Verfügung, Nichtmitglieder mögen sich bitte an einen Rechtsanwalt wenden – oder besser Mitglied werden.

  • Was habe ich oder was hat meine WEG davon, wenn wir uns an dieser Aktion beteiligen?
    Die Gewissheit, Ihr Geld pfändungs- und insolvenzsicher auf einem Fremdgeldkonto angelegt zu haben oder unsicher auf einem Treuhandkonto. Außerdem: Sie erhalten Orientierungshilfen, wie sie die Kontoumstellung in Ihrer WEG erreichen können.
    Sie vermitteln dem Verwalter, dass er kontrolliert wird.
    Sie tragen zu mehr Kundenorientierung bei den Banken bei: Sie sind die Eigentümer, es ist Ihr Geld, Sie erwarten eine sichere Anlage und Aufklärung und Information von den Banken Ihrer WEG-Konten.

 

Eigentumswohnungen - Wohnungseigentümer vernetzen sich

Weitere Informationen

 

Studie

 "Sicherheitscheck für WEG Konten" - Ergebnis der WEG Konten Aktion
[ mehr lesen ]

 

Mustervorlagen

Musterbriefe für die Aktion

Anschreiben an den Verwalter zur Einsichtnahme in WEG-Kontoverträge
[ doc | 21 KB ]

Information des Beirates zur Einsichtnahme in WEG-Kontoverträge
[ doc | 16,5 KB ]

Mahnschreiben an den Verwalter zur Einsichtnahme in WEG-Kontoverträge
[ doc | 21 KB ]

Anschreiben an den Verwalter zur Aufnahme des Antrags "Umstellung der WEG-Konten auf offene Fremdgeldkonten" in die Tagesordnung der nächsten Eigentümerversammlung
[ doc | 38 KB ]

Aufforderung an den Verwalter zur Einberufung einer außerordentlichen Eigentümerversammlung zur Umstellung der WEG-Konten auf offene Fremdgeldkonten
[ doc | 27,5 KB ]

(Bitte beachten Sie den Haftungsausschluss für Musterbriefe!)

 

Aufruf an Wohnungseigentümer-
gemeinschaften: Prüfen Sie Ihre WEG-Konten!
Aktionssteckbrief: So gehen Sie vor!

[ PDF | 129 KB ]

Häufig gestellte Fragen zu Treuhandkonten
[ PDF | 189 KB ]

 

Pressemitteilungen

Neues Gerichtsurteil: Unsicheres Treuhandkonto - Verwalter muss gehen
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Ratgeber

 

Wenn es Streit gibt ... mit dem WEG Verwalter über die Absicherung der WEG Gelder u.a.

 

"Wenn es Streit gibt ..."
Ratgeber über über die Bestellung, Entlastung, Abberufung und Kündigung des Verwalters

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