Fahrrad-Abstellung

Speichen-Mikado? Fahrrad-Abstellung erleichtern

 

Wer sein Fahrrad liebt, parkt es in der Wohnung? Das wird bei Rennmaschinen für mehrere Tausend Euro vermutlich das Beste sein, sofern es hierfür keinen eigenen, passenden und abschließbaren Garagen- oder Kellerraum gibt. Doch je nach Situation in Ihrer Eigentumswohnungsanlage gibt es auch andere Lösungen. Diese werden zudem immer wichtige, je mehr sich Elektrofahrräder verbreiten. Denn auch ohne Akku, der in der Wohnung aufgeladen wird, sind diese zu schwer, um sie Treppen hoch- und runterzutragen. Und zu teuer, um sie einfach in den Regen zu stellen, sind sie zudem.

 

Kellerraum umrüsten zum Fahrradkeller

Es gibt bei Ihnen einen freien Kellerraum im Gemeinschaftseigentum ohne besondere Zweckbestimmung laut Teilungserklärung? Die erstmalige Einrichtung eines Fahrradkellers in diesem Raum ist in der Regel eine Modernisierung. Gibt es keine anderen Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, kann die Einrichtung des Fahrradkellers in Ausnahmefällen sogar eine Instandhaltungsmaßnahme sein, die mit einfacher Mehrheit beschlossen wird. Sinnvoll ist ein Fahrradkeller, wenn die Räder hineingelangen können, ohne getragen werden zu müssen – denn das ist in vielen Fällen zu schwer und kann zudem zur Beschädigung des Treppenhauses führen. Es sollte also einen Außenzugang zum Keller geben, auf dessen Treppe eine Fahrradspur montiert werden kann. Zudem muss der Raum groß genug sein; ein überfüllter Fahrradkeller führt zu Schäden und Streit. Etwas Abhilfe könnte es schaffen, wenn Sie den Zugang einschränken: Wird pro  Wohnung das Abstellen von einem Fahrrad erlaubt, ist das vielleicht schon besser als nichts.

 

Wandhalter anbringen

In einer Gemeinschaftsgarage oder einen gut zugänglichen Gemeinschaftskeller können Sie vielleicht auch den Platz an den Wänden nutzen. Wandhalter für leichtere Fahrräder kosten nicht viel und schaffen diese aus dem Weg. Jedes Rad wird einzeln platziert und mit einem einfachen Haken an der Wand gehalten. Dann muss niemand mehr sein Rad aus dem Gewirr von Lenkern und Speichen befreien, Beschädigungen durch Verhaken und Umfallen entfallen. Am besten sehen Sie pro Wohnung solche „Wandstellplätze“ vor und teilen diese auch zu – Wandbeschriftung macht’s möglich. Die Anbringung der Wandhalter werden Sie in der Regel als Modernisierungen mit der doppelt qualifizierten Mehrheit beschließen können (Teilungserklärung kann Abweichendes regeln, als WiE-Mitglied gern eine kostenfreie telefonische Rechtsauskunft für den Einzelfall einholen!)

 

Fahrradständer draußen aufstellen

Ob einfache Metallständer oder überdachte, gar abschließbare Boxen – was sich die einen Wohnungseigentümer sehnlichst wünschen, empfinden die anderen als Verschandelung der Außenflächen. Daher sollte eine solche Anlage gut geplant und der entsprechende Beschluss gut vorbereitet werden.

  • Gibt es keine geeigneten Abstellmöglichkeiten für Fahrräder im Außenbereich oder reichen die vorhandenen nicht aus, kann das Aufstellen eine Maßnahme der ordnungsmäßigen Instandhaltung und Instandsetzung sein. So wird nämlich verhindert, dass Gemeinschaftsflächen zugestellt oder Wände beschädigt werden.
  • Wollen Sie neue, bessere Fahrradständer installieren oder den Platz verlegen? Grundsätzlich ist das eine mit doppelt qualifizierter Mehrheit beschließbare Modernisierung. Denn der Charakter der Wohnanlage verändert sich durch Fahrradständer üblicher Größe nicht.
  • Wollen Sie aber überdachte Ständer oder Boxen errichten, die sehr ins Auge fallen, wird das eine bauliche Veränderung sein, der alle Eigentümer zustimmen müssen. Gleiches gilt, wenn anderes Gemeinschaftseigentum, etwa angelegte Beete und Bänke, dem neuen Fahrradständer weichen sollen.

 

WiE-Tipp: „Der Modernisierungs-Knigge für Wohnungseigentümer“ veranschaulicht die Spielregeln für den Umgang mit Menschen und Paragrafen bei der Instandhaltung, Modernisierung und Sanierung von Wohnungseigentumsanlagen. Sie finden diesen Ratgeber als kostenfreies PDF oder gedruckte Broschüre im WiE-Shop.

 

 

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