Verwalter - Sachkundenachweis

 

WEG-Verwalter haben eine komplexe und anspruchsvolle Aufgabe, und sie tragen Verantwortung für große Werte. Nichtsdestotrotz kann bislang jede/r ohne Vorkenntnisse als WEG-Verwalter/in tätig werden. Wohnen im Eigentum e.V. (WiE) fordert deshalb seit langem einen bundesweit einheitlichen Sachkundenachweis sowie Pflichtversicherungen für Verwalter.

Gesetzliche Regelung kommt!?

Am 31. August hat das Bundeskabinett nun den Gesetzentwurf zur Einführung einer Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienmakler und Verwalter von Wohnungseigentum beschlossen. Damit ist die Bundesregierung ihrer Selbstverpflichtung aus dem Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD nachgekommen. Am 10. November 2016 kam es zur 1. Lesung im Deutschen Bundestag.

Am 29. März 2017 fand eine Öffentliche Anhörung im Wirtschaftsausschuss des Bundestages statt, zu der WiE-Geschäftsführerin Gabriele Heinrich als Sachverständige geladen war (zum Bericht). Erste Zahlen zur Schadenshöhe aufgrund unqualifizierter Verwaltungen und weitere Argumenten fanden Gehör. Jetzt bleibt mit Spannung abzuwarten, wie der Gesetzentwurf weiter beraten wird.

 


 

„Wohnen im Eigentum e.V. begrüßt den Entwurf“, erklärt WiE-Geschäftsführerin Gabriele Heinrich. „Das Gesetz ist ein wichtiger Baustein für mehr Verbraucherschutz im Wohnungseigentum. Wir haben seit 2008 darauf hingearbeitet und diese Forderung immer wieder in die Politik eingebracht, wohl wissend, dass es galt, dicke Bretter zu bohren." WiE wird sich aktiv am weiteren Gesetzgebungsverfahren beteiligen, denn es gilt noch einiges nachzubessern.

Wer gewerbsmässig als WEG-Verwalter/in tätig sein will, bedarf nach dem Gesetzentwurf der Erlaubnis der zuständigen Behörde. Diese Erlaubnispflicht wird in §34c der Gewerbeordnung geregelt und umfasst: Zuverlässigkeit, geordnete Vermögensverhältnisse, Sachkundenachweis und Vermögensschadenshaftpflichtversicherung.

Das Gesetz hat erst einmal Signalwirkung für die Verwaltungen (-> sich aus- und fortzubilden) und für die Wohnungseigentümer (-> die Qualifikation der Verwaltungen nachzufragen), denn mit der im Gesetzentwurf vorgesehenen Alten-Hasen-Regelung werden die Berufszugangsregelungen erst in der nächsten Verwaltergeneration voll zum Tragen kommen. Nach dieser werden Gewerbetreibende, die bereits seit mehr als 6 Jahren als Wohnungseigentums-Verwalter/in tätig sind, von der neuen Pflicht zur Ablegung einer Sachkundeprüfung ausgenommen. Dies ist eine übliche Bestandsschutzregelung bei der Einführung von neuen Berufszugangsvoraussetzungen im Gewerberecht.
 

Forderungen von WiE
 

  • Keine Alte-Hasen-Regelung für Wohnungseigentums-Verwalter

WiE schlägt dagegen eine 5-jährige Frist zur Ablegung der Sachkundeprüfung als Voraussetzung zur Beibehaltung der Zulassung vor. Heinrich: "Alte Hasen müssen keine mehrjährige Ausbildung mehr durchlaufen. Aber sie sollen nachweisen, dass sie ihr Fach beherrschen, denn aus der Beratung wissen wir, dass lange nicht alle 'alte Hasen' sach- und fachkundig sindg."

Der Verband weist zudem auf weitere notwendige Verbesserungen hin: 

  • Sachkundenachweis auch für alle Objektbetreuer (nicht nur für die Gewerbetreibenden)

  • die Einführung einer verpflichtenden Betriebshaftpflichtversicherung (und nicht nur einer Vermögensschadenshaftpflicht) für Verwaltungen,

  • die Pflicht zur Fort- und Weiterbildung,

  • ggf auch eine Berufszugangsregelung für gewerblich tätige Sondereigentumsverwalter/innen.

WiE fordert eine Gleichbehandlung des WEG-Verwalters mit dem Versicherungsvermittler und dem Finanzanlagenberater, also keine halben Sachen und keine "LIght"-Version bei der Berufszugangsregelung für gewerblich tätige WEG-Verwaltungen.

 

Stellungnahmen / Positionspapiere

WiE-Stellungnahme zum Entwurf eines Gesetzes zur Einführung einer Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienmakler und Verwalter von Wohnungseigentum
Bezieht sich schwerpunktmäßig auf die Berufszulassung von WEG-Verwalter/innen; der Erfüllungsaufwand für die Wirtschaft ist im Vergleich mit den Schadenskosten der Wohnungseigentümer akzeptabel (Stand: März 2017)
Anlass: Anhörung zum Gesetzentwurf vor dem Wirtschaftsauasschuss des Deutschen Bundestags

Defizite in der Berufsqualifikation von WEG-Verwaltern. Ausgewählte Fallbeispiele
Zur Ausübung der Tätigkeit als WEG-Verwalter bedarf es bislang keinerlei beruflicher Mindestanforderungen oder Versicherungspflicht. Das will wohnen im eigentum ändern und dokumentiert Fälle, um Politik und Gesetzgeber auf die Notwendigkeit von Gesetzesreformen aufmerksam zu machen. Eine erste Fallbeispielsammlung hat der Verbraucherschutzverband zusammengestellt. (Stand: September 2014)
[ PDF | 265 KB ]

Versicherungspflicht für WEG-Verwalter
Zu der Forderung von wohnen im eigentum nach einer gesetzlich geregelten Versicherungspflicht für WEG-Verwalter zum Nachlesen:
Einführung einer gesetzlichen Versicherungspflicht für Verwalter von Wohnungseigentümergemeinschaften
(Stand: Juli 2014)

Positionspapier wohnen im eigentum
Welche Forderungen wohnen im eigentum im Einzelnen stellt und wie diese begründet werden, steht im Positionspapier „Sachkundenachweis und Erlaubnispflicht für WEG-Verwalter“. (Stand: Mai 2010)

Kurzfassung Positionspapier
Einführung beruflicher Zugangsvoraussetzungen für gewerblich tätige Immobilienverwalter - Forderungen des Verbraucherschutzverbandes wohnen im eigentum e.V. (Stand: Oktober 2012)

 

Pressemitteilungen

Pressemitteilung vom 28.3.2017: Berufszulassung für Wohnungseigentums-Verwaltungen dringend erforderlich

Pressemitteilung vom 1.3.2017: Berufszulassung für WEG-Verwalter: Deutschland ist Nachzügler!

Pressemitteilung vom 8.11.2016: Noch zu viele Ausnahmen im Gesetzentwurf!

Pressemitteilung vom 19.10.2016: Keine halben Sachen bei der Berufszugangsregelung für Verwaltungen

Pressemitteilung vom 31.8.2016: Berufszulassungsregelungen für Verwalter von Wohnungseigentum - der Gesetzentwurf ist da!

Pressemitteilung gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund vom 1.9.2015: Keine alte-Hasen-Regelung für Wohnungseigentums-Verwalter

Pressemitteilung vom 17.7.2015: Berufszulassung für WEG-Verwalter kommt!

Pressemitteilung vom 12.1.2011: Anlegerschutz auch für Wohnungseigentümer

Pressemitteilung vom 12.11.2009: Wer nichts wird, wird Immobilienverwalter?
 

Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums von 2010
Das Ministerium hält den Sachkundenachweis für überflüssig, lesen Sie hier, warum.  Erlaubnispflicht mit Sachkundenachweis ist nicht erforderlich.

Foto Politik Interessenvertretung Wohnungseigentümer Lobbyarbeit

Aktuelles:

Öffentliche Anhörung vor dem Wirtschaftsausschuss des Deutschen Bundestags
am 29. März 2017

 

 

WiE-Umfrage: Verwaltungs-Fehler Kosten

Bitte machen Sie weiterhin mit!

 

 

Entwurf des Gesetzes zur Einführung einer Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienmakler und Verwalter von Wohnungseigentum

[ PDF I 109 KB ]

 

Hier lesen Sie, welche Berufszulassungsregeln in anderen Ländern für Verwalter gelten.

 

Weitere Pressemitteilungen siehe unten