Verwalterberuf

Berufszulassung für WEG-Verwalter ist verabschiedet:

Einstieg in mehr Verbraucherschutz oder Mogelpackung?

 

Berufszulassung für WEG-Verwalter verabschiedet

 

Nun ist es also endgültig: Das Gesetz über die Berufszulassung für Wohnimmobilienverwalter hat im September 2017 den Bundesrat passiert, und zwar in einer abgespeckten Form, die für Sie als Wohnungseigentümer nicht viele Vorteile bringen wird. Nach wie vor sind Verwalter nicht dazu verpflichtet, eine Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer abzulegen. Ein solcher ursprünglich von der Regierung vorgesehener und von WiE lange geforderter Sachkundenachweis für Verwalter ist nicht Inhalt des neuen Gesetzes geworden. Verwalter müssen sich lediglich künftig innerhalb von drei Jahren 20 Stunden lang fortbilden. WiE wird sich nun bei der neuen Regierung für eine Gesetzes-Novelle einsetzen.

Im Bundestag war der Gesetzentwurf (siehe Bundestagsdrucksache 18/10190) mit den vom Ausschuss für Wirtschaft und Energie empfohlenen Änderungen (s. Drucksache 18/12831) von der CDU/CSU und SPD angenommen worden. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und DIE LINKE stimmten dagegen.

 

Positive Ergebnisse:

  • Erlaubnispflicht für den Beruf Wohnimmobilienverwalter/in (WEG-Verwalter und Mietverwalter) nach § 34c Gewerbeordnung
  • Voraussetzung: Zuverlässigkeit, geordnete Vermögensverhältnisse, Berufshaftpflichtversicherung (Vermögensschaden)
  • Einstieg in die Verwalter-Qualifizierung durch Fortbildungspflicht

 

Negative Aspekte:

  • Berufszulassung ohne Sachkundenachweis - auch bei fachfremden Quereinsteigern
  • Gar keine beruflichen Mindest-Anforderungen an WEG-Verwalter
  • Viel zu geringe Weiterbildungspflicht – 20 Stunden in 3 Jahren
  • Angesichts des geringen Nutzens: viel zu hoher Bürokratieaufwand
  • Fehlende Transparenz: Wohnungseigentümer werden die Verwalter-Qualifikationen weiterhin nicht einschätzen können

 

WiE sagt: Neue Berufszulassung in der Verwalterbranche wird den Verbraucherschutz nicht erhöhen. Wie sehen Sie das? Diskutieren Sie mit!

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Weitere Informationen:

Das neue Berufszulassungsgesetz trat am 1. August 2018 in Kraft. Sie finden die im Bundesgesetzblatt veröffentlichte Fassung hier.

Danach gilt folgende Übergangsregelung: Gewerbetreibende, die vor dem 1. August 2018 Wohnimmobilien verwaltet haben und diese Tätigkeit danach weiterhin ausüben, müssen bis zum 1. März 2019 eine Erlaubnis hierfür beantragen. WiE hat die Details zur Berufszulassung für Sie zusammengestellt.

Lesen Sie auch die Seite "Schritte zum Gesetz" mit dem Kommentar von Gabriele Heinrich im Tagesspiegel vom 10.7.2017.

Foto Politik Interessenvertretung Wohnungseigentümer Lobbyarbeit

    

WiE-Kommentar von
Gabriele Heinrich
im Berliner Tagesspiegel
vom 10.7.2017

[ Link zum Tagesspiegel ]

 

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