01.04.2019. Jede/r Wohnungseigentümer/in ist dazu verpflichtet, sich an den laufenden Kosten des gemeinschaftlichen Eigentums zu beteiligen – mithilfe des Hausgelds. Was Sie beachten müssen, wenn ein/e Miteigentümer/in sein Hausgeld nicht bezahlt, hat Wohnen im Eigentum für Sie zusammengestellt.

Das Hausgeld ist eine Vorauszahlung, die Sie als Eigentümer in der Regel monatlich leisten. Die Höhe des Hausgelds, das sich aus dem Anteil für die Bewirtschaftungskosten (für Müllabfuhr, Allgemeinstrom, Versicherungen etc.) sowie dem Beitrag zur Instandhaltungsrücklage zusammensetzt, wird im Wirtschaftsplan festgelegt.

Wenn ein/e Miteigentümer/in mit der Zahlung des Hausgelds in Verzug gerät, sollte Ihre Verwaltung ihn möglichst zügig anmahnen, die Außenstände zu begleichen. Gleicht er/sie das Haushaltsgeldkonto daraufhin nicht aus, ist es ratsam, im Interesse aller Wohnungseigentümer die fälligen Zahlungen so schnell wie möglich gerichtlich geltend zu machen – mit einer Zahlungsklage, die die Verwaltung, wenn sie dazu ermächtigt ist, im Namen der Eigentümergemeinschaft beim zuständigen Amtsgericht einreichen muss. In vielen Fällen ist die Verwaltung laut Verwaltervertrag bereits dazu berechtigt. Falls nicht, muss Ihre WEG zunächst die Verwaltung per Beschluss dazu ermächtigen.

Wohnen im Eigentum rät: Achten Sie beim Abschluss des Vertrags mit einer Verwaltung also darauf, dass dieser eine entsprechende Vollmacht enthält, um Hausgeldrückstände im Namen Ihrer Eigentümergemeinschaft gerichtlich geltend zu machen. Das spart im Zweifel Zeit, da Sie ansonsten zunächst einen Beschluss der Eigentümergemeinschaft herbeiführen müssen.

Kommt es zu Liquiditätsengpässen, da ein/e Miteigentümer/in sein/ihr Hausgeld über einen längeren Zeitraum nicht bezahlt oder das Gerichtsverfahren lange dauert, sollte Ihre Verwaltung eine außerordentliche Eigentümerversammlung einberufen und Ihnen über Maßnahmen gegen den Schuldner berichten sowie – wenn nötig – über eine Sonderumlage abstimmen lassen, damit Ihre Eigentümergemeinschaft weiterhin zahlungsfähig bleibt.

Versorgungssperre möglich

Wenn der/die Wohnungseigentümer/in mit mindestens sechs laufenden monatlichen Hausgeldrückzahlungen im Rückstand ist, darf die Wohnungseigentümergemeinschaft beschließen, ihn von der Versorgung mit Wasser, Strom und Heizung auszuschließen (Oberlandesgericht Frankfurt am Main, 21.02.2006, Az. 20 W 56/06).

Achtung: Verlust der Wohnung droht

In eher seltenen Fällen kann ein/e Wohnungseigentümer/in sogar zum Verkauf seiner/ihrer Wohnung gezwungen werden, wenn die WEG auf Entziehung des Wohneigentums klagt (BGH, 19.01.2017, Az. V ZR 26/06). Häufiger ist hingegen der Fall, dass ein rechtskräftiger Titel gegen den säumigen Hausgeldzahler zu einer Zwangsversteigerung der betreffenden Wohnung führt.