30.07.2020. Wer an einen Garten denkt, denkt meist an Blumen, Sträucher und Bäume – doch warum nicht auch Obst und Gemüse anbauen? Abhängig von den örtlichen Gegebenheiten, können auch WEGs in ihrem Gemeinschaftsgarten Essbares pflanzen – und die Ernte dann gemeinsam genießen. Die „Essbare Stadt“ Andernach zeigt übrigens, wie das Ganze „in Groß“ funktioniert – mehr dazu am Ende der folgenden Tipps.

Ist in Ihrem Gemeinschaftsgarten bisher kein Gemüsebeet vorhanden? Ihre WEG muss jede Veränderung des Gemeinschaftseigentums beschließen. In diesem Beitrag soll es aber nicht um diese rechtliche Seite gehen, sondern Sie erhalten Tipps für eine gute Planung als Vorbereitung für den nötigen Beschluss!

Überlegen Sie mit Ihren Miteigentümern zunächst, wo und wie Sie Beete anlegen und welches Obst und Gemüse Sie anbauen möchten. Informieren Sie sich im Vorfeld (zum Beispiel im Internet oder in Fachzeitschriften) und lassen Sie sich bei Bedarf auch fachkundig beraten. Denn eine gute Planung ist das A und O.

Beete anlegen

Beim Anlegen eines Beetes gilt grundsätzlich: Die Mitte des Beetes sollten Sie von einer Seite aus möglichst bequem erreichen können, damit Sie problemlos gärtnern können – es sollte also nicht zu breit sein. Wenn Ihnen ein größerer Gemüsegarten vorschwebt, sollten Sie einen bzw. mehrere Wege einplanen.

Alternative Hochbeet

Vielleicht möchten Sie das Ganze zunächst auch möglichst einfach, ohne viel Aufwand, ausprobieren? Dann ist ein Hochbeet vielleicht das Richtige. Hochbeete stellen eine rückenschonende Alternative zu den klassischen Beeten dar.

Extra-Tipp: Was auch ohne WEG-Beschluss geht, wenn Sie Ihre Miteigentümer nicht beeinträchtigen: Viele Gemüsesorten, aber auch Himbeeren und Erdbeeren, können Sie auch auf Ihrem Balkon bzw. auf Ihrer Terrasse anbauen. Wichtig ist hierbei das passende Pflanzgefäß (z.B. Kübel) und die Ausrichtung des Balkons bzw. der Terrasse (Südseite?).

Mischkultur zusammenstellen

Die Auswahl ist groß – kombinieren Sie am besten verschiedene Gemüsesorten aus verschiedenen Pflanzenfamilien miteinander, das ist auch gut für den Boden. Informieren Sie sich, welche Sorten als Beetnachbarn zusammenpassen und welche Sie eher vermeiden sollten. So pflanzt man zum Beispiel Karotten man am besten nicht neben Petersilie. Achten Sie auch darauf, möglichst robuste Gemüsesorten auszuwählen. Für die natürliche Schädlingsabwehr eignen sich außerdem bestimmte Kräuter.

Obst und Gemüse pflegen

Wer Obst und Gemüse anbaut, muss die Pflanzen regelmäßig gießen und pflegen. Um Unklarheiten von vorneherein zu vermeiden, kann Ihre WEG einen Plan erstellen. Oder es gibt in Ihrer Eigentümergemeinschaft ohnehin passionierte Hobby-Gärtner? Dann werden diese vermutlich gerne die Pflege übernehmen - ansprechen sollten Sie das Thema dennoch.

Essbare Stadt Andernach: Pflücken erlaubt

Wie Obst- und Gemüseanbau in einer Kommune aussehen kann, zeigt die Essbare Stadt Andernach. Das Besondere: Quer durch das gesamte Stadtgebiet können sich Besucherinnen und Besucher, Bürgerinnen und Bürger zunächst an den blühenden Nutzpflanzen erfreuen, die sie dann später, wenn alles reif ist, auch ernten dürfen. Städtisches Grün soll nicht nur für die Augen, sondern auch durch Duft und Geschmack erlebbar gemacht werden. Jedes Jahr steht eine Nutzpflanze besonders im Fokus. Nähere Informationen, auch zu Führungen durch die Essbare Stadt Andernach, finden Sie hier. Mittlerweile verfolgen auch andere Städte und Gemeinden ähnliche Konzepte.

Weitere Informationen:

Informationen zu Hochbeeten finden Sie u.a. beim Bundesinformationszentrum Landwirtschaft. Hier gibt es auch weitere Informationen zum Gemüse- und Obstanbau.