Info-Veranstaltung des Verbraucherschutzvereins wohnen im eigentum

13.12.2013 Die Befürchtungen zahlreicher Wohnungseigentümer aus dem Raum Bonn und Rhein-Sieg-Kreis haben sich erhärtet, dass eine größere Verwaltung nicht ordnungsgemäß gearbeitet hat und Eigentümer den Verlust ihrer Gelder befürchten müssen. wohnen im eigentum hatte für den 12. Dezember 2013 nach Bonn zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, die verunsicherten Eigentümern zeigen sollte, wie sie klären können, ob ihr Geld in Gefahr ist und was sie in diesem Fall tun können.

Rund 60 betroffene Eigentümer aus mehr als 20 Wohnungseigentümergemeinschaften (WEGs) und mehrere Verwalter kamen. Sie berichteten von einer völlig undurchschaubaren Verwaltung ihrer Gelder durch die Hausverwaltung.

So seien Eigentümern als Beleg für die ordnungsgemäße Verbuchung der Rücklagen ihrer WEG teilweise Sparbücher mit manipuliertem Inhalt vorgelegt worden. Die Sparbücher wiesen als Inhaber die Verwaltung aus, sie wurden durch einen zusätzlichen Eintrag den einzelnen WEGs zugeordnet. Dieser Eintrag war teilweise mit Tippex gelöscht und überschrieben worden. Verwalter und Eigentümer berichteten von Abbuchungen von laufenden WEG-Konten ohne Beleg oder auf Konten des Verwalters. Insgesamt sei es zu undurchschaubaren Buchungsvorgängen zwischen den verschiedenen Konten der WEGs gekommen. Ein Verwalter meinte, die Gelder seien vielleicht auch nicht oder nicht ganz weg, aber es werde große Probleme geben, sie den einzelnen WEGs zuzuordnen.

Einzelne Eigentümer, die sich um Aufklärung der finanziellen Situation ihrer WEG bemüht hatten, berichteten, sie hätten lange Zeit von der Sparkasse KölnBonn keine Auskunft bekommen, es sei denn sie konnten eine von der Verwaltung ausgestellte Vollmacht vorlegen. Grund: Die Konten wurden als Treuhandkonten geführt. Treuhandkonten laufen auf den Namen der Verwaltung, diese ist – rechtlich gesehen – Kontoinhaber. Diese Art der Kontoführung wird seit langem von wohnen im eigentum kritisiert. Spätestens seit 2007 können Konten auf den Namen der WEG lauten, was sicherer ist und die Kontrolle erleichtert. Trotzdem werden Treuhandkonten nach wie vor auch WEG-Verwaltern angeboten. Nach Auffassung von wohnen im eigentum trifft die Sparkasse deshalb eine gewisse Mitverantwortung für das Desaster.

Für die Eigentümer wird die Situation dadurch verschärft, dass die Konten aller oder vieler betroffener WEGs derzeit gesperrt sind: Damit können die laufenden Zahlungen und Abbuchungen nicht erfolgen. Einige Eigentümer befürchten sogar, Weihnachten im Dunkeln zu sitzen. Geraten wurde ihnen, mit den Versorgungsunternehmen Kontakt aufzunehmen und Stundungsvereinbarungen zu treffen.

Wohnen im eigentum hofft, mit dieser Veranstaltung etwas Licht ins Dunkel zu bringen und hilft den Betroffenen, sich zu vernetzen und wichtige Informationen auszutauschen. Denn die Gerüchteküche brodelt.

wohnen im eigentum wird

  • voraussichtlich Anfang des Jahres eine weitere Info-Veranstaltung für betroffene Eigentümer anbieten,

  • in weiteren Pressemitteilungen über die Problematik der Treuhandkonten und bessere Alternativen berichten,

  • über die Gesetzesänderungen informieren, die notwendig sind, WEGs besser gegen Verlust ihrer Gelder zu schützen und eine effektivere Verwaltung sicherzustellen.

Weitere Informationen zum Thema Treuhandkonten finden Sie unter "Treuhandkonten sind wie Autofahrten ohne Sicherheitsgurt und Airbag".

 

Hinweis für Ihre Recherche (für Journalisten):

wohnen im eigentum kann Ihnen Kontakte zu betroffenen Wohnungseigentümern vermitteln, die bereit sind über ihre Erfahrungen mit der Wohnungsverwaltung, aber auch mit der Sparkasse zu berichten.

 

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Pressekontakt:

Thomas Münster
Pressesprecher wohnen im eigentum e.V.

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