Nach Presseberichten mehren sich in Online-Immobilienportalen betrügerische Angebote mit dem Ziel, an Geld und Daten von Interessenten zu kommen. Der Warndienst www.wohnungsbetrug.blogspot.de hat für 2014 bis zum 8. September 4008 Fälle gezählt.

Lockmittel der Betrüger sind besonders günstige Angebote für Miete, aber auch für den Kauf von Häusern und Eigentumswohnungen. In der Email-Korrespondenz mit den Interessenten werden oft persönliche Daten und Bankverbindungen erfragt. Am Ende geht es um Geld. Der Anbieter möchte eine Kaution, bevor er die Schlüssel zusendet, eine Gebühr für die Besichtigung, oder er nennt andere Gründe. Es geht nach Angaben der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung um Beträge von 500 Euro aufwärts bis zu einem Prozent des Kaufpreises. Die Zahlung soll über Dienste wie Western Union abgewickelt werden, bei denen nicht mehr aufzuklären ist, wo das Geld landet: Es ist weg.

Betrugsversuch kaum sicher zu erkennen
Es ist auf jeden Fall sinnvoll, zu klären, ob es die angebotene Immobilie und den Anbieter überhaupt gibt – Google hilft. Aber Sicherheit gibt das nicht, da die Betrüger hierfür auch Identitäten kapern und existierende – jedoch nicht verfügbare – Immobilien anbieten.

Regeln zum Schutz  
Einen weitgehenden Schutz bieten Vorsichtsmaßregeln, die ein seriöser Anbieter auch akzeptieren wird (Quelle zum Teil wohnungsbetrug.blogspot.de):
° Vorkasse in keiner Form akzeptieren. Geld darf erst nach Besichtigung, Vertragsschluss und Übergabe der Immobilie samt Schlüsseln fließen.
° Ohne Besichtigung geht gar nichts. Ist das angeblich nicht möglich: Finger weg!
° Niemals vorab Kopie des Personalausweises, Reisepasses oder andere persönliche Unterlagen und Daten versenden. Hinter der Aufforderung dazu muss kein Betrugsversuch stehen, das ist aber möglich. Die Unterlagen können bei der Besichtigung vorgelegt werden. Mit den Daten können auch weitere Betrügereien begangen werden.
° Für die erste Kontaktaufnahme auf Online-Inserate einen eigenen Email-Account bei einem Freemailer einrichten, es sollten keine Rückschlüsse auf den Namen und Geburtsdatum gezogen werden können.
° Jeden Zweifelsfall dem Portal melden, das wird die betrügerische Anzeige entfernen.
° Jeden Zweifelsfall bei der Polizei anzeigen. Das bringt zwar verlorenes Geld nicht zurück, hilft aber, gegen die Betrüger vorzugehen.
September 2014